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Kongress vom 17. bis 19. Juni 2011 in Koblenz – Bundesministerium, Deutsche Gartenbau-Gesellschaft und deren Mitgliedsorganisationen bieten ein kostenloses Angebot für Verbände, Kommunen und Fachkreise.
22,4 Millionen Haushalte mit Garten zählt die Statistik in Deutschland. Eine große Zahl und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In der „Branche Garten“ werden jährlich Milliarden Euro umgesetzt. Dies und viele weiteren Aspekte sind für das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz (BMELV) Anlass für einen dreitägigen Kongress, der gemeinsam mit der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V (DGG) und deren Mitgliedsverbänden – zu denen auch die Verbände der Gartenbauvereine gehören – durchgeführt wird. Die Stadt Koblenz als Ausrichter der 31. Bundesgartenschau ist Tagungsort und von Freitag bis Sonntag, 17. bis 19. Juni 2011, Gastgeber des Kongresses, der unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Ilse Aigner steht.
Wie das Deutsche Eck Rhein und Mosel in Koblenz vereint, so soll der Kongress mit dem Titel „Zukunft Garten – Bedeutung für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft“ dort an drei Tagen Menschen aus dem Freizeitgartenbau und der Gartenkultur verbinden und mit jenem breiten Themenspektrum konfrontieren, das im Untertitel angesagt ist. Ziel des Kongresses ist es, die grünen Oasen, ob innerstädtisch oder im ländlichen Raum, als lebensbedeutenden Faktor wahrzunehmen, zu bewahren und zu fördern – sei es durch persönliches Zutun oder politische Weichenstellungen. Und weil dies als Aufgabe für alle Menschen gilt, wird niemand ausgegrenzt: Der Besuch des Kongresses am 17. /18. Juni in der Rhein-Mosel-Halle ist kostenlos und für jedermann offen. Am „Tag des Gartens“, 19. Juni, erhalten Kongressteilnehmer ermäßigten Eintritt in die Bundesgartenschau. Ein Empfang des BMELV am Freitag und ein geselliges Beisammensein der DGG am Samstag sollen die Kommunikation unter den Teilnehmern fördern. Informationen und Anmeldungen unter: www.freizeit-gartenbau.de.; hier können auch vorreservierte Hotelzimmer (EZ 67-117 Euro, DZ 89-148 Euro) gebucht werden.
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Die Förderung der Gartenkultur in Deutschland ist ein unbestrittener gesellschaftlicher Auftrag. Fast die Hälfte der deutschen Bevölkerung wohnt - statistisch gesehen - in einem Haus mit Garten. Trotz dieser Tatsache wird dem Freizeitgartenbau in Politik und Gesellschaft kein angemessener Stellenwert eingeräumt. Die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen, Verbänden und im eigenen Garten wird zu gering geschätzt und insbesondere von Städten und Gemeinden als kostenlose Ersatzleistung für kommunale Aufgaben angesehen. In dem dreitägigen Kongress „Zukunft Garten“ wollen BMELV und DGG die soziale, ökologische, wirtschaftliche, therapeutische und integrative Relevanz des Lebensraumes Garten verdeutlichen und zukunftsrelevante Themen lokalisieren.
Hochkarätige Fachleute geben am 1. Kongresstag starke Impulse, die in den Workshops am 2. Kongresstag vertieft werden und zu zukunftsorientierten Lösungsansätzen gebündelt werden. Der Kongress mündet am dritten Tag im „Tag des Gartens“ auf dem BUGA-Gelände, wo die Verbände und Institutionen des Freizeitgartenbaus und der Gartenkultur aktiv und unterhaltend mit den Besuchern in Kontakt treten. Der „Tag des Gartens“ will Begeisterung wecken für eine der ältesten und wertvollsten Kulturschätze der Menschheit: die Gartenkultur.
1. KONGRESSTAG
Bundesministerin Ilse Aigner wird den Kongress am 17. Juni um 11 Uhr eröffnen und DGG-Präsident Karl Zwermann die Kongressteilnehmer begrüßen. Die in Fachkreisen und einem breiten Fernsehpublikum bekannte Journalistin und Moderatorin Heike Boomgaarden leitet über zu den Fachvorträgen, die den Freitag bestimmen.
Den „Status des Freizeitgartenbaus in Politik und Gesellschaft“ beleuchtet Staatssekretär a.D. Hans-Hermann Bentrup. „Der gesellschaftliche Wandel ist unaufhaltsam und birgt Risiken: Überalterung, Kinderfeindlichkeit, Entfremdung von der Natur, ungesunde Lebensgewohnheiten. Diesen Risiken zu begegnen, kann der Freizeitgartenbau wertvolle Hilfe leisten. Die öffentliche Hand tut gut daran, entgegen wirkende Tendenzen durch günstige Rahmenbedingungen zu fördern und zu unterstützen.“
„Die Bedeutung des Freizeitgartenbaus in der Wirtschaft“ belegt Hans-Jürgen Herr mit Zahlen aus einer aktuellen Erhebung des Industrieverbandes Gartenbau, dem er vorsteht. Es wird berichtet über den Wandel im Bereich Freizeitgarten: vom Nutzgarten zum Ziergarten in die Lebenswelt Garten. Dazu gehört auch der Trend „Outdoorliving“, ein zusätzlicher Wirtschaftsfaktor.
„Gärten zwischen Lust und Last“ nennt Prof. Dr. Wulf Tessin seinen Beitrag. Der Professor für Planungsbezogene Soziologie am Institut für Freiraumentwicklung an der Leibnitz Universität Hannover zeichnet die Entwicklung unterschiedlichster Gartentypen in den letzten 100 Jahren nach, erörtert die heutige Bedeutung des Gartens und diskutiert seine zukünftigen Perspektiven vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen.
„Garten und Gesundheit“ hat für Dr. Roger Schmidt zentrale Bedeutung: „Auch wer nur wenig vom Gärtnern versteht, weiß sofort, was daran gesundheitlich gut tut.“ Der Ärztliche Leiter der Psychotherapeutische Neurologie der Kliniken Schmieder zeigt die verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten und die Anforderungen an die Gestaltung eines Therapiegartens und seiner Einrichtungen auf.
„Pflanzenschutz im Freizeitgarten“ ist ein heikles Thema. Das weiß Prof. Dr. Georg F. Backhaus. Für den Präsident des Julius-Kühn-Instituts stellt das neue europäische Recht nicht zuletzt an die Forschung dezidierte Anforderungen für eine nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Deshalb forscht das JKI als Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen nach innovativen Möglichkeiten, um auch die Pflanzen im Freizeitgarten zu schützen.
„Natur sucht Garten“ – das soll eins sein. „Mehr Natur im Garten ist für jeden machbar, und zwar ohne Qualitätsverluste“, propagiert Werner Ollig, Leiter der Gartenakademie Rheinland-Pflanz in seinem Vortrag und steht damit voll hinter dem Projekt der DGG „Mehr Artenvielfalt in Deutschlands Gärten“. Wer seinen Garten dergestalt umstellen will, erhält richtungsweisende Bausteine und Anregungen. So entsteht ein wunderbar vielfältiger Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen.
„Optimale Beratungsangebote für Freizeitgärtner“ erforscht die Bayerische Gartenakademie in Veitshöchheim in einer einjährigen Studie. Sie misst der Beratung der Hobbygärtner besonders in Fragen der Düngung, des Pflanzenschutzes, der Wassernutzung sowie des Einsatzes von weiteren Ressourcen eine hohe Bedeutung bei. Mit dem Ergebnis der Studie wird Elisabeth Fleuchaus Vertretern von Beratungsstellen geeignete Mechanismen vorstellen.
2. KONGRESSTAG
In fünf Workshops, drei ganztags, zwei halbtags, werden zentrale Themen des Freizeitgartenbaus und der Gartenkultur aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln und Ansätzen in Teilaspekte aufgefächert, diskutiert und zu einem homogenen, wenn auch bunten Strauß gebunden. Impulsgeber aus Verbänden wollen mit den Teilnehmern diskutieren. Am Ende muss keine gemeinsame Linie stehen, aber eine gemeinsame Kommunikationsebene. Die Ergebnisse werden am Nachmittag im Plenum vorgetragen.
Workshop 1 „Bürgerschaftliches Engagement“ (ganztags) unter der Leitung von Christa Ringkamp, Gartennetz Deutschland, eruiert Motivationsmechanismen, wie Menschen trotz Alltagshektik oder auch lethargisches Desinteresses wieder für mehr Anteilnahme am Allgemeinwohl und mehr Aktivitäten für das Allgemeinwohl gewonnen werden können. Praktische Beispiele liefern unter anderem Parkseminare, der Dorfwettbewerb und ein Bürgerprojekt zur Artenvielfalt.
Workshop 2 „Pflanzenschutzkonzepte für den Freizeitgarten“ (nachmittags) knüpft an die Thematik vom Vortag an. Impulse kommen aus Sicht der Kleingärtner, aus der JKI-Forschung, aus dem Aspekt für mehr Pflanzenvielfalt im Garten, aus Sicht von Anbauern von Bio-Zierpflanzen (Wie machen es die Profis) bis hin zu Pflanzenstärkungsmitteln. Werner Ollig, Leiter der Gartenakademie Rheinland-Pfalz wird als Workshop-Leiter moderieren.
Workshop 3 „Bildung, Erziehung, Nachwuchsarbeit“ sieht den Garten als Mittelpunkt für lebenslanges Lernen der positiven Art. Idealerweise beginnt es im Elternhaus, setzt sich über Kindergarten und Schule fort und geht irgendwann fließend über ein in persönliches Engagement für Freizeitgartenbau und Gartenkultur – sei es durch (frühe) Mitgliedschaft in einem Verein oder Verband, sei es durch Berufswahl oder Hobby. Impulse kommen von der BundesArbeitsgemeinschaft Schulgarten (BAGS), einer Sachbuchautorin, von Verbandsinitiativen und Förderprojekten. Der BAGS-Vorsitzende und Uni-Professor Dr. Steffen Wittkowske leitet den Workshop.
Workshop 4 „Biodiversität“ hat viele Gesichter. Da ist der Kleingarten als Hort heimischer Raritäten. Es gibt Pflanzenliebhaber-Gesellschaften für zahllose Arten und Sorten. Es gibt die große Gruppe der „heimlichen“ weil privaten Pflanzensammler. Es gibt die Botanischen Gärten mit eindeutigem Auftrag zum Schutz aussterbender Arten. Es gibt die heranwachsende Genbank Zierpflanzen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Und es gibt Arten im Garten, die hier nicht hingehören und Angestammtes zu verdrängen drohen. Impulse genug für einen Austausch unter Menschen mit Leidenschaft zur Pflanze, die Workshop-Leiterin Bettina de la Chevallerie von der BundesArbeitsgemeinschaft PflanzenSammlungen (BAPS) zusammenführt.
Workshop 5 „Der Garten als soziale Drehscheibe“ ist aktueller denn je. Hier geht es einerseits um den Garten als Integrationsfaktor für fremde Kulturen. Aber hier geht es auch um Wertevermittlung über den eigenen Gartenzaun hinweg. Es geht um den Garten als Bindeglied zwischen jung und alt, jung und jung, alt und alt, Behinderten und Nicht-Behinderten. Garten und Gartenarbeit ist Kommunikation in Sinne der Natur. Diese Thematik lenkt und leitet Mathias Hub von der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg.
3. TAG – „TAG DES GARTENS“
Die Kongressteilnehmer mischen sich an diesem Tag unter den Besucherstrom auf der Bundesgartenschau (ermäßigter Eintrittspreis).
Heike Boomgaarden, aus dem Fernsehen bekannte Gartenfachfrau, moderiert auch an diesem Tag auf der Rheinland-Pfalz-Bühne die Präsentationen und Animationen der Verbände aus dem Freizeitgartenbau und der Gartenkultur. Sie wird gemeinsam mit Kindern die gärtnerischen Fähigkeiten von Staatssekretärin Julia Klöckner testen und interviewt Dr. Achim Friedrich, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde, der den „Tag des Gartens“ ins Leben rief. Von Dr. Volker Brühl will sie wissen, was es mit dem „Forum Freizeitgarten“ der Gartenakademien in Deutschland auf sich hat, das ebenfalls an diesem Sonntag gestartet wird.
Im „Kompetenzzentrum Grün“ informieren diverse Ausstellungen wie die des Deutschen Gartenbaumuseums (Erfurt) und der Bücherei des Deutschen Gartenbaus (TU Berlin) über Historisches und Kurioses, Vorträge entführen in die Welt der Pflanzensammlungen und ihrer Raritäten von Rosen bis zu Kräutern und liefern nicht zuletzt eine Flut von Tipps und guten Ratschlägen. Und auch lebendige Raritäten gibt es zu bewundern: bei der Pflanzenbörse der BundesArbeitsgemeinschaft PflanzenSammlungen (BAPS). Köstlichkeiten und Kostproben werden nicht fehlen: von Rosenmarmelade bis Minzlikör. Paare in historischen Kostümen machen aufmerksam auf Kleinode, die immer eine Reise wert sind. Das ist auch der Europäische Parkverbund Lausitz "Von Graf Brühl bis Fürst Pückler", die GartenRoute Hunsrück-Mittelrhein und viele andere mehr, die sich dem Publikum vorstellen.
Die Verbände im Freizeitgartenbau und in der Gartenkultur werden sich den Besuchern der Bundesgartenschau in Koblenz an diesem „Tag des Gartens“ mit einem kunterbunten Unterhaltungsstrauß empfehlen.
(tia/DGG)
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