Herbst

Obst und Gemüse: ernten, lagern, konservieren

Duft und Würze konservieren

« Herbstäpfel wie 'Gravensteiner' reifen ab Anfang September. Sie schmecken frisch vom Baum und lassen sich unter günstigen Lagerbedingungen noch bis Dezember aufbewahren

Für viele Gärtner war der trockene Sommer eine Herausforderung. Doch nun heißt es: Die Früchte der Arbeit ernten und für den Winter aufbewahren.

Späte Äpfel früher pflücken

Zum Einlagern bestimmte Herbstäpfel, beispielsweise 'Alkmene' oder 'Rubinola', holt man ab Anfang September vom Baum, sobald sich der Stil bei leichter Drehung fast von selbst vom Zweig löst. Wartet man zu lange, werden die Früchte allzu rasch weich und mehlig. Ein paar Äpfel für den Frischverzehr dürfen bis kurz vor Frosteinbruch an den Zweigen hängen bleiben: Insbesondere der gute alte ‘Gravensteiner’ entwickelt dabei einen umwerfenden Duft und ein einzigartiges Aroma. Winteräpfel wie 'Glockenapfel' und Birnensorten wie 'Madame Verté' oder 'Vereinsdechant' werden „baumreif“, also bereits vor der Genussreife gepflückt und müssen je nach Sorte anschließend 4 bis 8 Wochen nachreifen. Erst dann entfalten sie ihr volles Aroma. Das Fruchtfleisch darf bei der Ernte jedoch keinen grünlichen Schimmer mehr zeigen, sondern sollte beim Aufschneiden je nach Sorte reinweiß bis leicht gelblich glänzen. Kelch- und Stielgrube sowie Schalenfarbe sollten ebenfalls sortentypisch ausgeprägt sein. Die Kerne sind bei der Reifebestimmung übrigens kein sicheres Merkmal: Gerade bei den Spätsorten färben sie sich oft lange vorher hell bis dunkelbraun. Ernten Sie Lagerobst immer mit Stiel. Reißt man ihn ab, entstehen Verletzungen in der Kelchgrube, durch die Fäulnispilze eindringen können. Auch Äpfel mit Wurmbefall oder beschädigter Schale sollten nicht eingelagert, sondern umgehend verwertet werden.

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Birnen für den Vorrat pflückt man, sobald sich der Stiel bei leichtem Anheben der Früchte leicht vom Zweig löst

Kohlrabi können im kühlen Keller noch bis zum Frühjahr eingelagert werden. Zuvor werden die Blattschöpfe abgeschnitten

Erdbeeren im eigenen Beet

Duft und Würze konservieren

« Nach der Ernte ist vor der Ernte

Anfang Juli ist die Erdbeerernte in den Gärten in der Regel beendet. Das wirft dann unweigerlich die Frage auf: Wie soll es mit dem Beet weitergehen? War man mit dem Ertrag zufrieden, waren die Früchte aromatisch, hatten sie die gewünschte Größe, Farbe und Form und vor allem, haben die Beeren geschmacklich überzeugt? Wenn dem so war und die Pflanzen gesund und wüchsig sind, spricht nichts dagegen, sie nächstes Jahr wieder zu beernten. Ganz anders sieht es aus, wenn die Ernte unbefriedigend war. Dann ist es wahrscheinlich Zeit, ein neues Erdbeerbeet anzulegen.

Süßkirschen: köstliche Früchte

Duft und Würze konservieren

« Fest, glänzend, guter Geschmack und selbstfruchtbar: 'Grace Star', hier 1 Woche vor der Vollreife

Kirschen wünschen einen sonnigen Standort, humose, durchlässige, jedoch nicht zu schwere und keine staunassen Böden.

Duft und Würze konservieren

Duft und Würze konservieren

« Zum richtigen Zeitpunkt geerntete und schonend getrocknete Teekräuter bewahren ihre Farbe und ihre Heilkraft

Ob ein klassischer Kräutergarten oder ein Beet mit Heil- und Duftpflanzen, spätestens wenn die Erntezeit begonnen hat, steht man vor der Frage „Wie die Aromen und andere wertvollen Inhaltsstoffe ohne allzu große Verluste konservieren?“

Mistelbefall an Obstbäumen

Massiver Mistelbefall an alten Apfelhochstämmen

« Massiver Mistelbefall an alten Apfelhochstämmen

Dem aufmerksamen Betrachter ist es nicht entgangen: Die Laubholzmistel breitet sich seit einigen Jahren auf den Streuobstwiesen immer mehr aus. Die Bäume (Wirtspflanzen) werden dadurch erheblich geschwächt.

Betroffen sind vor allem Apfelbäume. Birnbäume und Bäume anderer Obstarten sind weniger befallen. Die verstärkte Ausbreitung der Mistel ist zum großen Teil auf mangelnde Kronenpflege zurckzuführen. Im Zuge der früher üblichen regelmäßigen Schnittarbeiten an den Hochstämmen auf den Obstwiesen, wurden auch die Misteln ausgeschnitten und eine weitere Ausbreitung wurde dadurch unterbunden. „Misteln auf Obstbäumen sind gewöhnlich ein Zeichen, dass der Kronenpflege nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt wird,“ schrieb schon Hans Spreng, Kantonale Obstund Gartenbauschule Oeschberg, im 1949 erschienenen Fachbuch „Neuzeitliche Obstbautechnik und Tafelobstverwertung“.
Hat sich die Mistel erst mit auch nur wenigen Pflanzen in einem Baum ausgebreitet, ist es sehr schwierig, sie wieder zurckzudrängen. Bereits 5 bis 10 vom Boden aus gut sichtbare Misteln pro Baum gelten als mittlerer Befall. (Krüger 2015). Die verstärkte Verbreitung ist auch im Zusammenhang mit den höheren durchschnittlichen Jahrestemperaturen zu sehen. Sie wirken zum einen positiv auf die Anwachsraten der Mistelkeimlinge. Zum anderen verweilen Zugvögel in milderen Wintern länger. Zu ihnen zählen auch die an der Verbreitung der Mistel maßgeblichen Arten (Bäuerle 2015).

VGiD Verband der Gartenbauvereine in Deutschland e.V.

Dachorganisation der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland. Der Verband der Gartenbauvereine in Deutschland setzt sich für die Erhaltung der Gartenkultur und die Pflege der Kulturlandschaft ein. Er ist ein wichtiger Fürsprecher des Freizeitgartenbaus und Partner der Freizeitgärtner.

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