Fruehling

Mistelbefall an Obstbäumen

Massiver Mistelbefall an alten Apfelhochstämmen

« Massiver Mistelbefall an alten Apfelhochstämmen

Dem aufmerksamen Betrachter ist es nicht entgangen: Die Laubholzmistel breitet sich seit einigen Jahren auf den Streuobstwiesen immer mehr aus. Die Bäume (Wirtspflanzen) werden dadurch erheblich geschwächt.

Betroffen sind vor allem Apfelbäume. Birnbäume und Bäume anderer Obstarten sind weniger befallen. Die verstärkte Ausbreitung der Mistel ist zum großen Teil auf mangelnde Kronenpflege zurckzuführen. Im Zuge der früher üblichen regelmäßigen Schnittarbeiten an den Hochstämmen auf den Obstwiesen, wurden auch die Misteln ausgeschnitten und eine weitere Ausbreitung wurde dadurch unterbunden. „Misteln auf Obstbäumen sind gewöhnlich ein Zeichen, dass der Kronenpflege nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt wird,“ schrieb schon Hans Spreng, Kantonale Obstund Gartenbauschule Oeschberg, im 1949 erschienenen Fachbuch „Neuzeitliche Obstbautechnik und Tafelobstverwertung“.
Hat sich die Mistel erst mit auch nur wenigen Pflanzen in einem Baum ausgebreitet, ist es sehr schwierig, sie wieder zurckzudrängen. Bereits 5 bis 10 vom Boden aus gut sichtbare Misteln pro Baum gelten als mittlerer Befall. (Krüger 2015). Die verstärkte Verbreitung ist auch im Zusammenhang mit den höheren durchschnittlichen Jahrestemperaturen zu sehen. Sie wirken zum einen positiv auf die Anwachsraten der Mistelkeimlinge. Zum anderen verweilen Zugvögel in milderen Wintern länger. Zu ihnen zählen auch die an der Verbreitung der Mistel maßgeblichen Arten (Bäuerle 2015).

Natur des Jahres 2018

Vogel des Jahres 2018: Star

« Foto: Georg Dorff

Vogel des Jahres

Star

Der Star (Sturnus vulgaris) ist bekannt als Allerweltsvogel – den Menschen vertraut und weit verbreitet. Doch seine Präsenz in unserem Alltag täuscht, der Starenbestand nimmt ab, denn seine bevorzugten Lebensräume nehmen ab. Er benötigt Baumhöhlen zum Brüten und Nahrungsflächen mit kurzer Vegetation, wo er Würmer und Insekten findet.

Parks und Friedhöfe mit ihren zum Teil alten und höhlenreichen Bäumen sowie den kurzrasigen Wiesen stellen wichtige Ersatzlebensräume dar. Garten- oder Hausbesitzer können der Wohnungsnot des Stars mit einem Nistkasten begegnen, naturnah gärtnern und Beeren tragende Gehölze pflanzen und dem Star zu ausreichend Nahrung verhelfen.

Filderspitzkraut: Mehr als Sauerkraut

Auch wenn Tomaten, Gurken und Möhren die Kohlarten in Deutschland längst von den Spitzenplätzen der Top Ten der meist verzehrten Gemüsearten verdrängt haben, beherrscht Sauerkraut unverändert die deutsche Seele. Oder kennen Sie eine Hymne an die Tomate, eine Ode an die Gurke, ein Lied für die Möhre? Dem Filderkraut dagegen ist sogar eine Kantate gewidmet: „Wenn wir dich so in langen Reih’n / ergrünen sehen frisch im Frei’n, / erst nur zwei Blätter, bald ein Schopf / und dann zuletzt ein spitzer Kopf: / Dann denken wir des Bauern gut / der mit Geduld und Miste tut / heraufzieh’n diese edle Pflanze / zum Wohl und Nutzen für das Ganze.“ Dieser „spitze Kopf“ ist es, was den schwäbischen Anbau lange von der Weißkohl-Produktion im übrigen Deutschland abhob – inzwischen ist Spitzkraut in ganz Deutschland verbreitet. Es wurde erstmals 1772 durch den Bernhäuser Pfarrer Bischoff schriftlich erwähnt, dürfte aber noch älter sein: „Das weiße Spitzkraut ist das einzige Kraut, welches hier gepflanzt wird.“ Glaubt man dem Gedicht von Wilhelm Hertig ist es eine Züchtung der Mönche des Klosters Denkendorf im Jahr 1535.

Kraut fand sich erst nur in Hausgärten, ab Mitte des 18. Jh. finden sich Belege über den großflächigen Krautanbau, nach und nach entstanden zahlreiche Sauerkrautfabriken. Seit den 1970er Jahren verlangten die Krautfabriken an Stelle vom delikaten Spitzkraut nur noch Rundkraut, das sich leichter maschinell verarbeiten und länger lagern lässt. Die Organisation Slow Food, die hochwertiges, regionales und saisonales Essen propagiert, hat Spitzkraut 2005 unter dem korrekten botanischen Namen Brassica oleracea var. capitata for. alba subv. conica als sehr geschmackvolle Untervarietät des weißen Kopfkohls ins Programm aufgenommen. Begründung: „Diese einst bedeutende regionale Sorte hat weniger und feinere Blattrippen als Rundkohl, das Blatt ist zarter, feiner und milder im Geschmack.“

Aromatische Erdbeeren

Aromatische Erdbeeren

Nach der Ernte ist vor der Ernte. Bis September ist Zeit, neue Erdbeeren (Fragaria x ananassa) zu pflanzen oder die Ausläufer der vorhandenen Erdbeeren abzunehmen und neu aufzupflanzen.

Bei der Verjüngung des Erdbeerbeetes stellt sich auch gleich die Frage, welche Sorten man wählen soll. Denn nicht alle Sorten schmecken so gut wie sie aussehen. Viele moderne Sorten sind vor allem auf hohen Ertrag hin gezüchtet, ihr Geschmack ist aber eher mäßig. Dafür sind sie druckfest und lassen sich einfach transportieren, was für die professionellen Erdbeerproduzenten natürlich ein wichtiges Argument ist.
Als das geschmacksmäßige Nonplusultra gilt die historische Sorte 'Mieze Schindler'. Ihre dunkelroten mittelgroßen Früchte haben ein unvergleichliches, an Walderdbeeren erinnerndes Aroma. Kolportiert wird über diese Sorte aber auch, dass sie praktisch schon auf dem Weg vom Beet in die Küche matschig wird. Ein anderer Klassiker, 'Senga Sengana', kam Anfang der Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts auf den Markt, zunächst vor allem für den professionellen Obstanbau. Schnell eroberte sie aber auch die Hausgärten und wird heute noch häufig angebaut. Ihr Manko ist ihre Empfindlichkeit für Fruchtfäule, vor allem bei ungünstigem Wetter, ihr Geschmack ist gut und erdbeertypisch, jedenfalls wenn sie vollreif geerntet wird.

Kirschessigfliege im Garten

Total vermadete, eingetrocknete Holunderbeeren

Seit 2013 tritt die Kirschessigfliege Drosophila suzukii verstärkt auf und hat sich zu einem wirklichen Problemschädling entwickelt. Vor allem in Süd-, West- und Mitteldeutschland hat sie 2014 große Schäden sowohl im Erwerbsanbau als auch im Haus-und Kleingärten angerichtet. Sie befällt über die Fruchtsaison hinweg unterschiedliche Obstarten, wie Süß- und Sauerkirschen, Zwetschen, späte Erdbeeren, Him-, Brom- und Heidelbeeren sowie Holunder, (blaue) Tafeltrauben, Wildobstarten, wild wachsende Beeren, aber auch Liguster, Mahonien-, Efeu- und Cornusfrüchte. Sie wandert von Generation zu Generation durch die Obst- und entsprechenden Ziergehölzen, von einer Sorte zur nächst reifenden. Zum Glück verschont sie unbeschädigte Äpfel und Birnen. Die Kirschessigfliege legt ihre Eier in intakte, reifende, vor allem aber in kurz vor der Ernte befindliche, gut reife Früchte. In diesen entwickeln sich meist mehrere Larven, die sich in oder an der Frucht verpuppen. Die Fliege ähnelt äußerlich stark den heimischen Frucht- oder Essigfliegen, die jedoch nur überreife und bereits verletzte Früchte befallen. Unter optimalen Bedingungen kann die Kirschessigfliege im Sommer in kurzer Zeit mehrere Generationen durchlaufen. Jede neue Generation befällt dann das aktuell reifende Obst. Sie bevorzugt warm-feuchtes Klima. Bei anhaltender Trockenheit und Temperaturen über 30 °C kann sie sich nicht mehr vermehren. Daher waren die Schäden 2015 hitzebedingt zunächst gering und nahmen erst Mitte September zu. Die feuchtwarme Witterung 2016 hingegen, begünstigte den Befall mit massiven Schäden ab Mitte Juli.

VGiD Verband der Gartenbauvereine in Deutschland e.V.

Dachorganisation der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland. Der Verband der Gartenbauvereine in Deutschland setzt sich für die Erhaltung der Gartenkultur und die Pflege der Kulturlandschaft ein. Er ist ein wichtiger Fürsprecher des Freizeitgartenbaus und Partner der Freizeitgärtner.

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Kulturzentrum Bettinger Mühle
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