Herbst

Erdbeeren im eigenen Beet

Duft und Würze konservieren

« Nach der Ernte ist vor der Ernte

Anfang Juli ist die Erdbeerernte in den Gärten in der Regel beendet. Das wirft dann unweigerlich die Frage auf: Wie soll es mit dem Beet weitergehen? War man mit dem Ertrag zufrieden, waren die Früchte aromatisch, hatten sie die gewünschte Größe, Farbe und Form und vor allem, haben die Beeren geschmacklich überzeugt? Wenn dem so war und die Pflanzen gesund und wüchsig sind, spricht nichts dagegen, sie nächstes Jahr wieder zu beernten. Ganz anders sieht es aus, wenn die Ernte unbefriedigend war. Dann ist es wahrscheinlich Zeit, ein neues Erdbeerbeet anzulegen.




Acr70521894203392 1931029« Die Qualität der Jungpflanzen ist ein entscheidender Aspekt für den Anbauerfolg

Wo, ist die erste Frage, denn Erdbeeren auf Erdbeeren zu pflanzen führt ganz sicher zu großen Nachbauproblemen. Drei Jahre muss eine Fläche anderweitig bepflanzt worden sein, bevor man dort wieder Erdbeeren setzen kann. Und möglichst sonnig sollte der Standort sein. Ist eine Fläche gefunden, heißt es 30 bis 35 cm tief umgraben und lockern, bis eine krümelige Bodenstruktur entstanden ist. Sehr schwere Böden lassen sich gut mit etwas Flusssand auflockern. Vorsicht bei der Verwendung von Kompost! Der liefert hauptsächlich Stickstoff, erhöht den Salzgehalt im Boden, ebenso wie den pH-Wert. Diese Eigen-schaften sind für Erdbeerpflanzen nicht gut. Denn sie benötigen einen niedrigen pH-Wert (5 bis 6), sie sind salzempfindlich und brauchen für die Entwicklung von Blüten und Früchten viel Kalium und Phosphor und kein Übergewicht an Stickstoff. Ein durch Kompost verursachter zu hoher Stickstoffgehalt kann später zu einem „ins Kraut schießen“ führen, die Pflanzen entwickeln sehr viele große, dunkelgrüne Blätter und das führt zu einer schlechten Ernte.
Ein genauso wichtiger Aspekt ist die Qualität der Jungpflanzen. Verwendet man keine eigenen, lohnt es sich, in qualitativ hochwertige Jungpflanzen zu investieren. Wichtige Kriterien sind:

1. Eine Erdbeerjungpflanze sollte keine Blüten haben.
2. Der Wurzelballen ist der wesentlichste Teil. Er muss fest sein.
3. Die sichtbaren Wurzeln sollten hell, fast weiß, aussehen.
4. Die Blätter sollten dunkel grün und frei von Flecken sein.

Oberhalb des Wurzelballens, sitzt das sogenannte Pflanzenherz. Sieht man hier die Reste von abgeschnittenen Blättern, handelt es sich meistens um sogenannte „Frigo“-Jungpflanzen. Dies sind Pflanzen, die im Vorjahr gerodet und bis vor kurzem im Kühlhaus gelagert wurden. Diese Pflanzen sind also schon ein Jahr alt und eigentlich keine Jungpflanzen mehr, was man hinterher durch eine schlechtere Ernte zu spüren bekommen kann. Besser sind Grünpflanzen, die es ab Mitte Juli zu kaufen gibt. Gut bewährt haben sich sogenannte Meristempflanzen. Bei diesen ist sichergestellt, dass sie im Pflanzjahr produziert wurden und aufgrund des Vermehrungsverfahrens virus-, pilz- und bakterienfrei sind. Bei richtiger Pflege ersparen die Meristempflanzen dem Gärtner eventuelle Pflanzenschutzmaßnahmen, weil diese Pflanzen geprüft, gesund und so sehr widerstandsfähig sind.
Die entscheidende Frage ist natürlich noch nicht geklärt. Welche Sorten soll man pflanzen? Es empfiehlt sich den Fokus auf echte Hausgartensorten zu legen. Deren Früchte sind nicht für den Erwerbsanbau geeignet, da sie zu dunkel, zu weich und im Durchschnitt nicht groß genug sind. Diese scheinbaren Nachteile sind im Hausgarten aber die entscheidenden Vorteile. Dunkelrote, nicht zu große Erdbeeren sind deutlich süßer und aromatischer. Das wurde schon in einigen Untersuchungen bestätigt. Ein gutes Beispiel ist die altehrwürdige ‘Mieze Schindler‘, die wegen ihres ganz speziellen Aromas schon seit über 80 Jahren in Hausgärten angebaut wird. Und das obwohl die Früchte recht klein, dunkel und weich sind und man eine zweite Sorte für die Befruchtung daneben pflanzen muss. Hier gibt es übrigens eine interessante Neuheit, die „Hummi ‘Neue Mieze‘“. Sie kann ohne zusätzliche Befruchtersorte angebaut werden und die Früchte haben genau dieses typische, süßfruchtige Mieze Schindler Aroma. Oder die Sorten Hummi®- ‘Praline‘ und ‘Aroma Auslese‘. Die Eine wirklich gehaltvoll und „pralinensüß“, die Andere tief dunkelrot und erfrischend süß-fruchtig. So bleibt es dem eigenen Geschmack überlassen, welche Sorte ins Beet kommt.

 Acr70521894203392 2513025« Hummi® 'Aroma Auslese' ist tief-dunkelrot und schmeckt erfrischend süß-fruchtig


Gepflanzt werden ca. sechs Pflanzen je Quadratmeter. Dies ergibt sich bei einem Abstand von 30 cm in der Reihe und ca. 80 cm zwischen den Reihen, damit man bequem durchlaufen kann. Die Ballen unbedingt vor dem Einpflanzen ausgiebig baden. Sehr wichtig ist, dass der Wurzelballen ebenerdig abschließt, ca. 1 cm mit Erde bedeckt ist und gut von den Seiten angedrückt wird. Beobachtet man nach ca. 8 bis 10 Tagen, dass neue Blätter heranwachsen, sind die Pflanzen angewachsen. Jetzt und nur jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Düngung. Auf keinen Fall den Pflanzen direkt Dünger mit ins Pflanzloch geben. Denn wie schon erwähnt, sind Erdbeeren sehr salzempfindlich. Der frische Austrieb zeigt an, dass genügend neues Wurzelwerk gebildet wurde. Und nein – Blaukorn eignet sich nicht! Es lohnt sich ein Päckchen Beerendünger anzuschaffen. Organisch oder mineralisch bleibt dabei jedem selber überlassen. Der Dünger wird um die Pflanzen herum vorsichtig und flach eingeharkt. Dies macht man am besten abends und der Boden sollte leicht feucht sein, um Wurzelverbrennungen sicher zu vermeiden. Bis die Vegetationsperiode endet, müssen die heranwachsenden Pflanzen regelmäßig gewässert werden. Erdbeeren lieben eine möglichst gleichmäßige Feuchtigkeit im Boden. Doch, bitte nicht von oben in die Pflanze gießen, immer nur von der Seite. So bleibt das Pflanzenherz trocken und man vermeidet Infektionen. Maßvolles Gießen ist dann auch im zeitigen Frühjahr wichtig, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Pflanzen zum Leben erwecken.
Dann wird auch das vertrocknete Laub entfernt und die neue Wachstumsperiode beginnt. Sind die Pflanzen herangewachsen, kommen im Mai die Blüten und bald darauf, im Juni, ist es wieder soweit: die eigenen Erdbeeren können geerntet werden.
Lothar Schatz
www.hummibeeren.de

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Die Hummi® 'Neue Mieze' hat das süß-fruchtige
Aroma behalten, ist aber robuster als die Alte

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Wie der Name sagt, ist Hummi® 'Praline' süß
wie eine Praline

Quelle:
Dieser Artikel ist in den Verbandszeitschriften „Unser Garten“, „Der Hessische Obst- und Gartenbau“ und „Ratgeber für den Gartenliebhaber“ (Juli/2018) erschienen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Unser Garten Verlag GmbH, Kulturzentrum Bettinger Mühle, Hüttersdorfer Straße 29, 66389 Schmelz, Telefon 06887 / 90 32 99 9, Telefax 06887 / 90 32 99 8,
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