Herbst

Natur des Jahres 2017

Schmetterling des Jahres 2017: Goldene Acht

« Foto: H. Ziegler

Schmetterling des Jahres

Goldene Acht

Die Goldene Acht (Colias hyale) wurde gewählt um auf den Rückgang des Falters aufmerksam zu machen.

Goldene Acht Raupe

Seine Raupen ernähren sich von Luzerne und Klee und brauchen naturnahe blütenreiche Wiesen oder Weiden, ein Lebensraum der zusehends schwindet. Die Falter sind von Mai bis Oktober zu beobachten und ernähren sich als ausgewachsene Schmetterlinge vom Nektar verschiedener Pflanzen. Die Männchen weisen eine gelbe und die Weibchen eine grünlich-weiße Färbung auf. Charakteristisch sind der namensgebende achtförmige, rot umrandete Fleck auf der Flügel-Unterseite, die dunkle Randbinde sowie die schwarzen und orangefarbenen Flecken.

Foto: D. Bartsch »

 

KlatschmohnBlume des Jahres

Klatschmohn

Mit der Entscheidung zum Klatschmohn soll auf die Gefährdung und den Verlust von Ackerwildblumen aufmerksam gemacht werden. Zudem möchte sich die Loki-Schmidt-Stiftung für die Förderung der bunten Vielfalt im Landbau einsetzen. In den Äckern lebten ursprünglich rund 350 Pflanzenarten. Viele davon müssen heute leider als biologisches Erbe der Kulturgeschichte angesehen werden. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft wurden in den letzten Jahrzehnten fast alle Ackerwildpflanzen an den Rand des Aussterbens gedrängt. Und so droht eine Lebensgemeinschaft, die uns seit tausenden Jahren begleitet, zu verschwinden. Durch den Rückgang der Vielfalt im Ackerland sind vor allem Bestäuber wie Schmetterlinge und Bienen bedroht. Andere Insekten und Spinnen, die diese Wildpflanzen als Nahrungspflanzen und als Refugien nutzen, sind ebenfalls betroffen. Dem Klatschmohn geht es glücklicherweise noch gut, aber jede zweite Ackerwildkrautart stehe in mindestens einem Bundesland auf der jeweiligen Roten Liste.

 

Traenendes HerzGiftpflanze des Jahres

Tränendes Herz

Mit dem Tränenden Herz (Lamprocapnos spectabilis) wurde eine beliebte Gartenstaude aus der Familie der Mohngewächse ausgewählt. Giftig sind alle Pflanzenteile, besonders aber die Wurzel. Mit der Benennung der Giftpflanze des Jahres stellt der Botanische Sondergarten Wandsbek Pflanzen mit einer giftigen Wirkung auf Menschen und Tiere in den Focus. Es sind Pflanzen, die in vielen Gärten und Wohnungen als Zierpflanzen kultiviert werden, ohne dass Kenntnis über die besonderen (giftigen) Eigenschaften besteht.
Ziel dieser Aktion soll eine aktive Auseinandersetzung mit diesen Pflanzen, verbunden mit der Information über deren Giftigkeit, sein.

 

GaensebluemchenHeilpflanze des Jahres

Gänseblümchen

Das weitverbreitete Gänseblümchen (Bellis perennis) wurde vor allem wegen seiner heilenden Eigenschaften in den Fokus gerückt. Die Erfahrungsheilkunde verwendet einen Tee aus Gänseblümchen-Blüten bei Hautproblemen und rheumatischen Erkrankungen, Gänseblümchen-Honig bei Husten und Gänseblümchentinktur als Einreibung bei Prellungen und Blutergüssen. So wirken sie entzündungshemmend, wundheilend, schmerzstillend und auswurffördernd.
In der Küche können Gänseblümchen Salate oder Suppen bereichern und Gemüsesülze oder Butterbrot garnieren. Die Knospen, in Essig eingelegt, sind als Kapern-Ersatz bekannt.
Das mehrjährige immergrüne Gänseblümchen blüht von Februar bis Oktober, bei milden Wintern sogar ganzjährig. Dadurch ist es trotz geringem Nektar- und Pollenanteil für Honigbienen ein guter Nahrungsspender. Der wissenschaftliche Name des Gänseblümchens leitet sich vom lateinischen „bellus“ (schön, hübsch) ab, „perennis“ bedeutet „ausdauernd“. Die „Ausdauernde Schöne“ soll ihren deutschen Namen „Gänseblümchen“ von dem häufigen Vorkommen auf Gänseweiden bekommen haben.

Natur des Jahres 2017 im Überblick

Arzneipflanze: Saathafer
Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg
Bambus: Fargesia spec. Jiuzhaigou 'Deep Purple'
Europäische Bambusgesellschaft Sektion Deutschland
www.bambus-deutschland.de
Baum: Fichte
Kuratorium „Baum des Jahres“ (KBJ)
www.baum-des-jahres.de
Blume: Klatschmohn
Loki Schmidt Stiftung Naturschutz Hamburg
www.stiftung-naturschutz-hh.de
Boden: Gartenboden
Dt. Bodenkundliche Ges. (DBG) u. Bundesverband Boden (BVB)
www.dbges.de; www.bvboden.de
Einzeller: Diaphanoeca grandis
Deutsche Gesellschaft für Protozoologie
www.protozoologie.de
Fisch: Flunder
Deutscher Angelfischerverband (DAFV)
www.dafv.de
Flechte: Hepps Schönfleck
Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM)
www.blam-hp.eu
Flusslandschaft: Trave
Naturfreunde Deutschland (NFD) und Dt. Angelfischerverband (DAFV)
www.naturfreunde.de; www.dafv.de
Gefährdete Nutztierrasse: Deutsche Pekingente, Orpingtonente und Warzenente
Gesellschaft zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen (GEH)
www.g-e-h.de
Gemüse: Steckrübe
Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN)
www.nutzpflanzenvielfalt.de
Gestein: Diabas
Berufsverband dt. Geowissenschaftler (BDG) u. Dt. Ges. für Geowissenschaftler (DGG)
www.gestein-des-jahres.de
Giftpflanze: Tränendes Herz
Botanischer Sondergarten Wandsbek
www.hamburg.de/giftpflanze-des-Jahres
Heilpflanze: Gänseblümchen
NHV Theophrastus
www.nhv-theophrastus.de
Höhlentier: Vierfleck-Höhlenschlupfwespe
Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher
www.hoehlentier.de
Insekt: Gottesanbeterin
Kuratorium „Insekt des Jahres“, Julius-Kühn-Institut (JKI)
www.julius-kuehn.de
Kaktus: Saguaro Kaktus – Carnegiea gigantea
Deutsche Kakteen-Gesellschaft e. V.
www.dkg.eu
Libelle: Gemeine Keiljungfer
Gesellschaft deutschsprachiger Odonatologen und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
www.bund.net
Moos: Weiches Kammermoos
Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM)
www.blam-hp.eu
Orchidee: Weißes Waldvögelein
Arbeitskreis Heimischer Orchideen (AHO)
www.europorchid.de
Pilz: Judasohr
Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM)
www.dgfm-ev.de
Reptil: Blindschleiche
Deutsche Gesellschaft für Herpeteologie und Terrarienkunde (DGHT)
www.dght.de
Schmetterling: Goldene Acht
BUND NRW Naturschutzstiftung
www.bund-nrw-naturschutzstiftung.de
Spinne: Spaltenkreuzspinne
Arachnologische Gesellschaft (AraGes)
www.arages.de
Staude: Bergenie
Bund deutscher Staudengärtner (BdS)
www.stauden.de
Streuobstsorte:
Baden–Württemberg: 'Sonnenwirtsapfel'
Landesverband für Obstbau, Garten- u. Landschaftsbau Baden-Württemberg e.V.
www. logl-bw.de
Hessen: 'Wetzlarer Hartapfel'
Landesgruppe Hessen des Pomologenvereins
Saarland / Rheinland-Pfalz: 'Erbachhofer Mostapfel'
Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz e.V.
www.gartenbauvereine.de
Vogel: Waldkauz
Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU)
www.nabu.de
Waldgebiet: Frankenwald
Bund Deutscher Forstleute (BDF)
www.bdf.de
Wildbiene: Knautien-Sandbiene
Arbeitskreis Wildbienen-Kataster
www.wildbienen-kataster.de

Zusammenstellung: Monika Lambert-Debong

Quelle:
Dieser Artikel ist in den Verbandszeitschriften „Unser Garten“, „Der Hessische Obst- und Gartenbau“ und „Ratgeber für den Gartenliebhaber“ (April/2017) erschienen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Unser Garten Verlag GmbH, Kulturzentrum Bettinger Mühle, Hüttersdorfer Straße 29, 66389 Schmelz, Telefon 06887 / 90 32 99 9, Telefax 06887 / 90 32 99 8,
www.unsergarten-verlag.de

VGiD Verband der Gartenbauvereine in Deutschland e.V.

Dachorganisation der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland. Der Verband der Gartenbauvereine in Deutschland setzt sich für die Erhaltung der Gartenkultur und die Pflege der Kulturlandschaft ein. Er ist ein wichtiger Fürsprecher des Freizeitgartenbaus und Partner der Freizeitgärtner.

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