Herbst

Stauden – attraktive Laubschlucker

Das ledrige Laub der Magnolien

« Das ledrige Laub der Magnolien gleitet an den bogigen Halmen des Pfeifengra-ses (Molinia) größtenteils ab und rutscht in die Zwischenräume. Im Spätherbst kann es dann in Ruhe entfernt werden

Stauden sind die natürlichen Partner der Gehölze und viele Arten sind gerade für halbschattige und schattige Gartensituationen, also für die Unterpflanzung, wie geschaffen. Gehölzunterpflanzungen mit Stauden erleichterndie Arbeit mit herbstlichen Blättern.

 
Stammteil November 2018 Seite 1 Bild 0003

Die filigran wirkende Elfenblumen (Epimedium) sind extrem robust. Sie gedeihen selbst unter der Sumpf-Zypresse, die im Herbst nicht nur Nadeln, sondern ganze Zweiglein abwirft »

Tolle Effekte, wenig Aufwand


Für Flächen, die dauerhaft attraktiv und gepflegt aussehen sollen, empfiehlt sich eine Kombination aus bodendeckenden und strukturgebenden
Stauden. Besonders praktisch sind Bodendecker, die neben wenig Licht auch herabfallendes Herbstlaub tolerieren – oder es sogar ganz verschlucken. Um filigranes Laub wie das von Nadelbäumen oder Schlitz-Ahornen braucht man sich gar nicht zu kümmern.

Auch locker liegendes Laub, etwa von Buchen, ist unproblematisch. Ein grobes entfernen des Laubes im Spätwinter macht Sinn, damit der Frühlingsaspekt der Pflanzungen besser zum Tragen kommt. Lediglich bei Gehölzen mit sehr großen oder ledrigen Blättern wie von Trompetenbaum oder Magnolie sollte das Laub bereits im Spätherbst entfernt werden, damit die Pflanzen darunter nicht faulen.

 

Stammteil November 2018 Seite 2 Bild 0001« Die filigran wirkende Elfenblumen (Epimedium) sind extrem robust. Sie gedeihen selbst unter der Sumpf-Zypresse, die im Herbst nicht nur Nadeln, sondern ganze Zweiglein abwirft

Dauerhaft schön

Die Auswahl geeigneter Pflanzen ist erfreulich groß. Der Schwerpunkt liegt bei schattenverträglichen Arten, die durch unterschiedliche Blattstrukturen und -oberflächen vielseitig sind und dennoch ruhig wirken. Die einfachste Gestaltungsvariante ist ein „Grundgewebe“ aus flächig wachsenden immer- oder wintergrünen Arten, in das einzelne Strukturgeber eingebunden werden. Attraktive zusammenhängende Flächen bildet zum Beispiel das im Frühling violett oder weiß blühende Kleine Immergrün (Vinca minor). Mit 'Anna', 'Marie' und 'Elisa' gibt es fantastische neue Sorten, die sich bereits in einer vom Bundessortenamt koordinierten mehrjährigen Sichtung bewährt haben. Auch die goldgelb blühende Waldsteinie (Waldsteinia geoides) wächst schön dicht. In solchen Flächen kann man dann Akzente setzen – beispielsweise mit Salomonssiegel (Polygonatum), Japan-Anemone (Anemona japonica), Schaublatt (Rodgersia), Waldschmiele (Deschampsia), Japan-Waldgras (Hakonechloa macra) und Farnen.
In die Beete können Zwiebelblumen eingestreut werden. Wen im Spätfrühling die vergilbenden Blätter der Zwiebelblumen zwischen den frischgrünen Stauden stören, dann Frühblüher wie Frühlings-Anemonen (Anemone blanda) oder Busch-Windröschen (Anemone nemorosa), die ihr Laub unauffällig einziehen, einplanen.

GMH/BdS

 
Stammteil November 2018 Seite 2 Bild 0003

Die Japan-Segge (Carex morrowii ‘Icedance‘) lässt herabfallende Blätter einfach abgleiten. Störendes Laub wird im Spätwinter einmal grob entfernt

Stammteil November 2018 Seite 2 Bild 0005

Herrlich rot leuchtet das herabfallende Laub des Japanischen Ahorns auf der elastischen Decke aus Kleinem Immergrün (Vinca minor) – dann wird es verschluckt

Stammteil November 2018 Seite 2 Bild 0004

Storchschnabel (Geranium) ist ein ausgezeichneter Bodendecker. Zur Familie gehören diverse wintergrüne Arten und auch einige exzellente Laubschlucker

Quelle:
Diese Artikel sind in den Verbandszeitschriften „Unser Garten“, „Der Hessische Obst- und Gartenbau“ und „Ratgeber für den Gartenliebhaber“ (November/2018) erschienen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Unser Garten Verlag GmbH, Kulturzentrum Bettinger Mühle, Hüttersdorfer Straße 29, 66389 Schmelz, Telefon 06887 / 90 32 99 9, Telefax 06887 / 90 32 99 8,
www.unsergarten-verlag.de

VGiD Verband der Gartenbauvereine in Deutschland e.V.

Dachorganisation der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland. Der Verband der Gartenbauvereine in Deutschland setzt sich für die Erhaltung der Gartenkultur und die Pflege der Kulturlandschaft ein. Er ist ein wichtiger Fürsprecher des Freizeitgartenbaus und Partner der Freizeitgärtner.

Kontakt

Kulturzentrum Bettinger Mühle
Hüttersdorfer Straße 29
66839 Schmelz

06887/90 32 99 9
sal-rlp@gartenbauvereine.de