Herbst

Was tun wenn Petersilie gelb wird?

Was tun wenn Petersilie gelb wird?

« Nicht immer wächst Petersilie so schön wie hier

Häufig wird davon berichtet, dass Blatt-Petersilie nach anfänglich gutem Wachstum plötzlich gelb wird und abstirbt. Dies wird meist als sogenannte „Petersilienkrankheit“ bezeichnet.

Boden

Petersilie braucht einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden sollte humusreich sein. Bei verdichtetem oder zu schwerem Boden sterben die Wurzeln häufig wegen Sauerstoffmangel ab. Deshalb ist es wichtig den Boden vor der Aussaat bzw. Pflanzung gut zu lockern und ggf. Kompost oder Sand einzuarbeiten. Allerdings beinhaltet Kompost auch die Gefahr, schädliche Bodenpilze (siehe unten) zu beherbergen, die das Problem sogar noch vergrößern können. Eine gleichmäßige, aber keinesfalls zu hohe Wasserversorgung ist ebenfalls unerlässlich für gesundes und kräftiges Wachstum. Auf Staunässe reagiert Petersilie ausgesprochen empfindlich.

Bodenschädlinge / Bodenpilze

Allein aus dieser Gruppe gibt es eine ganze Reihe von in Frage kommenden Arten; z.B. Nematoden, Wurzelläuse, Maden der Möhrenfliege und verschiedene Schadpilze. In Gegenden, wo die Möhrenfliege häufig großen Schaden bei Möhren anrichtet, empfiehlt es sich unter Umständen die Petersilie durch ein Insektenabwehrnetz zu schützen. Wurzelläuse saugen an den Pflanzenwurzeln. Gießbehandlungen mit Pflanzenschutzmitteln gegen saugende Insekten würden zwar helfen, sind aber nicht zugelassen. Am häufigsten werden aber Schadpilze Verursacher der sogenannten „Petersilienkrankheit“ sein. Um dieses Problem zu ent- schärfen, haben sich drei Möglichkeiten bewährt. Zum einen die Voranzucht in Töpfchen und die Aussaat im August. Beide Verfahren zielen darauf ab, das Wurzelwerk der Pflanzen zu kräftigen, bevor Sie mit den im Boden befindlichen Schaderregern konfrontiert werden, die vornehmlich im Frühjahr und Frühsommer die Pflanzen befallen. Die sicherste Variante ist sie gesamte Kulturführung in Töpfen.

Fruchtfolgeprobleme

Petersilie ist stark unverträglich mit sich selbst und sollte nicht nach anderen Doldenblütlern (Möhren, Sellerie, Fenchel, Dill) angebaut werden. Ein regelmäßiger Wechsel des Standortes ist also dringend erforderlich.

Voranzucht

Diese Methode hat gegenüber der Direktsaat ins Gartenbeet verschiedene Vorteile. Zu einen verläuft die Keimung meistens völlig unproblematisch und der Erntebeginn kann erheblich nach vorne verlegt werden. Hierzu werden ab Anfang März etwa 10 Samenkörner pro Topf abgelegt und bei Zimmertemperatur zum Keimen gebracht. Später wird dann im Abstand von 20 x 25 cm ausgepflanzt. Dadurch, dass die Wurzeln sich während der Anzucht ungehindert entwickeln können, sind sie widerstandsfähiger gegen mögliche Schadpilze im Boden, so dass es weniger Probleme mit gelbwerdender Petersilie gibt.

Topfkultur

Blattpetersilie kann ohne weiteres auch in Töpfen, Schalen oder Blumenkästen kultiviert werden. Wer über Jahre hinweg trotz aller Bemühungen immer wieder Probleme mit der „Petersilienkrankheit“ hat, findet mit dieser Methode fast immer den lang erhofften Ausweg. Für die Topfkultur kann die Anzucht ebenfalls wie oben beschrieben durchgeführt werden. Später wird dann anstatt ins Freiland in größere Töpfe gepflanzt oder es wird direkt in die Gefäße gesät, die auch weiterhin als Kulturgefäß dienen sollen. Wichtig ist, auf genügend Wasserabflussmöglichkeit zu achten, da Petersilie sehr empfindlich auf Staunässe reagiert. Natürlich sollte keine Gartenerde, sondern gekaufte Erde (Anzuchterde oder Topferde) verwendet, da man sich sonst die Krankheitserreger in die Töpfe holen würde.

Wolfgang Nixdorf

Quelle:
Dieser Artikel ist in den Verbandszeitschriften „Unser Garten“, „Der Hessische Obst- und Gartenbau“ und „Ratgeber für den Gartenliebhaber“ (08/2014) erschienen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Unser Garten Verlag GmbH, Kulturzentrum Bettinger Mühle, Hüttersdorfer Straße 29, 66389 Schmelz, Telefon 06887 / 90 32 99 9, Telefax 06887 / 90 32 99 8, www.ulmer.de / www.oug.de

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