Herbst

Obstgehölzschnitt Rundkronen bei Hoch- und Halbstämmen

Bokashi-Saft

« Eine gute Hochstammstammqualität bietet optimale Leitäste (Foto: Siegler)

Obstbäume werden ganz unterschiedlich geschnitten und können zu verschiedenen Baumformen erzogen werden. Allerdings kristallisieren sich je nach Unterlage zweckmäßige Schnittformen heraus.

Rundkronen bieten sich für Halb- und Hochstämme auf starkwachsenden Unterlagen (Sämlinge aller Obstbaumarten, bei Apfel auch die Unterlagen M25 und A2; bei Pflaumen/Zwetschen auch Myrobalane) an. Denkbar sind auch Spalierformen und, eher theoretisch, kommen auch Spindelformen in Frage. Wer sich bei stark wachsenden Unterlagen aber dafür entscheidet, muss sich aber darüber im Klaren sein, dass durch die starke Wuchskraft der Unterlagen ein erheblichen Schnitt-, Formier- und Bindeaufwand betrieben werden muss.

Für Buschbäume auf schwachen Veredlungsunterlagen hingegen ist die Spindelerziehung prädestiniert. Spalierformen wären möglich, jedoch dann mit begrenzter Lebensdauer. Für längere Standzeiten der oft mit viel Aufwand erzogenen Spaliere sind mittelstarke Unterlagen von Vorteil.

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Pflanzschnitt mit 4 Leitästen. Die 2 verbliebenen dünneren Trieben fungieren als Fruchtäste und  könnten ebenfalls entfernt werden (Foto: Siegler) »

Pflanzschnitt für die Rundkronenerziehung

Ohne Pflanzschnitt bilden die oft starken, vielfach steil stehenden Triebe des Jungbaums eine dichte Krone mit langen, dünnen Ästen und nur verminderter Verzweigung: ausreichendes Fruchtholz fehlt. Außerdem vergreist der Baum; die dichte Krone fördert (Pilz-) Krankheiten und Schattenfrüchte. Die daraus resultierende ungünstige Grundstruktur lässt sich auch später kaum oder nur mit viel Aufwand verbessern. Steile Äste neigen darüber hinaus zum Ausschlitzen und bei Steinobst zu stärkerer Bildung von Gummifluss.

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5. Standjahr vor dem Schnitt
(Foto: H. J. Bannier)

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5. Standjahr nach dem Schnitt
(Foto: H. J. Bannier)

Der Anschnitt der Kronentriebe zur Pflanzung ist aus mehreren Gründen wichtig. Er stellt wieder ein Gleichgewicht zwischen oberirdischen Baumteilen und dem Wurzelkörper her, da durch das Roden wurzelnackter Gehölze ein Großteil der Wurzeln entfernt wurde. Auch bei der Anzucht in (Groß-) Containern besteht ein Missverhältnis. Besonders wichtig ist, dass durch Pflanzschnitt und Erziehung die Kronenform des Baumes festgelegt wird: neben dem Mitteltrieb mit drei oder vier Leitästen, die im 45 °-Winkel eine breitere Krone ausbilden im Vergleich zu einer Astabgangsstellung von 30 bis 35 °.

Siegler 2« Drei in Position gebrachte Leitäste auf Saftwaage angeschnitten; die Mitte eine Scherenlänge darüber (Foto: Siegler)

Bei stark wachsenden Obstarten bzw. Sorten und wüchsigen Standortbedingungen ist eine Krone aus 3 Leitästen, die als „Mercedes-Stern“ gleichmäßig verteilt angeordnet werden, zweckmäßig. Belichtung und Belüftung werden begünstigt und später das Anlegen der Leiter für Schnitt und Ernte vereinfacht. Rundkronen müssen das Gewicht größerer Mengen an Früchten tragen. Entsprechend starke Leitäste können nur durch mehrjähriges Anschneiden erzielt werden. Da beim Pflanzschnitt der Konkurrenz- und unpassende Seitentriebe entfernt werden, sollte eine gute Baumqualität aus mindestens 5, besser 6 bis 7 Verzweigungen bestehen. Die ausgewählten Leitäste, die möglichst nicht einem Quirl, sondern höhenversetzt entspringen, werden vor jeglichem Anschnitt erst in „Position“, also in gleiche Astabgangswinkel gebracht, um gleichmäßige Wuchskraft zu generieren. Dabei werden flachere Seitenäste hochgebunden, steile Seitenäste werden durch Abspreizen/Abbinden in die günstige 45 °- Position gebracht. Nun kann der berühmte Schnitt auf „Saftwaage“ erfolgen: um einen gleichmäßig starken Neuaustrieb zu erzielen, werden alle Leitäste auf derselben horizontalen Höhe auf ein nach außen zeigendes Auge angeschnitten.

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Ohne weiteren Erziehungsschnitt hat dieser Hochstamm lange, unstabile, mit überreichem Fruchtholz besetzte Triebe in dichter Krone ausgebildet (Foto: Siegler) »

Beim Abschneiden orientiert man sich am schwächsten Seitenast, der ca. ein Drittel zurückgenommen wird – bei schwach wachsenden Sorten bis zur Hälfte. Als weiteres Maß für den Rückschnitt kann man vom Stamm aus bis zur zehnten gut entwickelten Knospe zählen. Wichtiger als mit einer „visuellen Wasserwaagen“-Anschnitthöhe ist das nach außen gerichtete Auge. Dort darf wegen möglichen Eintrocknens nicht zu knapp und nicht zu schräg über der Knospe abgeschnitten werden. Der Mitteltrieb wird etwa eine Scherenlänge über den Seitenästen, die dann einen 120 °-Winkel bilden, eingekürzt. Bleibt die Stammverlängerung zu lang, wachsen die Leitäste auf Grund der einsetzenden Spitzenförderung der Mitte schwächer.

 

 

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« Eine locker aufgebaute Krone sichert gute Erträge. Hier ein ̕Topaz̕-Halbstamm im 7. Standjahr (Foto: Siegler)

Erziehungsschnitt in den Folgejahren

Auch wenn der Anschnitt auf Saftwaage fachgerecht durchgeführt wurde, kann der Neuaustrieb von Leitästen und Mitte ungleich erfolgen. Daher werden auch im 2., 3. und 4. Standjahr die Leitäste in eine 45 °-Position gebracht, auf gleicher Höhe eingekürzt und deren Konkurrenztriebe sowie nach innen wachsende Schösslinge am Astring entfernt. Nur tiefer stehende, nach außen gerichtete Zweige, bleiben. Sie werden jedoch nicht eingekürzt und ggf. durch Herunterbinden flach gestellt, sodass sie im laufenden und in den kommenden Jahren Fruchtholz bilden können. Fruchtäste dürfen Leitäste nicht überragen! Die jährlich analoge Behandlung mit Anschnitt der Leitastverlängerungen (auf „Saftwaage“) und des Mitteltriebes wird solange fortgesetzt, bis eine gleichmäßig ausgebildete, ausreichend stabile, dennoch durch Entfernen von Wasserschossen und der nach innen wachsenden Triebe „luftige“ Krone entstanden ist.

Inzwischen sollte genügend Fruchtholz entstanden sein: guter Ertrag bremst das vegetative Wachstum zusätzlich. Nun beginnt die Phase des „ruhigeren“ Baumes.

Früher wurde zum Teil auch eine zweite Leitast-Ebene angelegt, deren Hauptäste kürzer und in Lücke zur unteren Partie angeordnet sein mussten. Dies führte zwangsläufig zu dichteren, schlecht belichteten Kronen und erhöhtem Schnittaufwand. Da die Nachteile überwiegen, kann auf diese zweite Etage verzichtet werden.

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Bei dieser Birne wurde nicht
formiert, sie wächst zu steil
(Foto: Buchter-Weisbrodt)

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Ständiges Einkürzen der Triebe führt zu
dichten Kronen. Früchte bleiben meist
aus (Foto: H. J. Bannier)

Eine abgewandelte Erziehungsmöglichkeit von rundkronigen Halb- und Hochstämmen ist die Hohlkrone, bei welcher der Mitteltrieb herausgenommen wurde. Die Leitäste bilden eine „schüsselförmige“, in der Natur nicht vorkommende und somit atypische Kronenform, die höchstens bei lichtbedürftigen Obstarten wie Pfirsich und Aprikose eine gewisse Berechtigung hat. Bei Apfel, Birne, Zwetschen und Kirsche wirkt die Hohlkrone doch sehr fremd. Außerdem neigen die Seitenäste dazu, nach innen zu wachsen und die Lücke der fehlenden Mitte zu schließen.

Überwachungs- und Pflegeschnitt

Der Baumaufbau ist abgeschlossen; die Ertragsphase hat bereits eingesetzt. Triebe werden jetzt kaum noch angeschnitten. Es gilt, sich überlappende oder kreuzende, sowie kranke und nach innen wachsende Teile zu entfernen. Hängendes Fruchtholz, welches am Scheitelpunkt neue Verzweigungen auslöst, wird an diesen Stellen abgenommen („aufgeleitet“). Dies fördert neben der Qualität des Obstes die Belichtung und Durchlüftung.

Ein wichtiges Augenmerk ist auf eine oft vorhandene Überbauung der Baumspitze zu legen. Außerdem dürfen am Mitteltrieb nicht zu viele Verzweigungen verbleiben. Diese sollten locker angeordnet sein, bei möglichst flachem Astabgang. Wird die Krone zu hoch und zu breit, kann ihr Ausmaß durch Ableiten bereits rechtzeitig – mit dann noch kleinen und besser verheilenden Schnittwunden – reduziert werden. Das oft durchgeführte Einkürzen („schnippeln“) muss ebenso unterbleiben wie Schnitte auf Stummel. Beides führt nur zu dichten, wüchsigen Kronen, die wiederum mit erheblichem Zeitaufwand korrigiert werden müssen.

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70-jähriger Boskoop: lockere Krone nach
fachgerechtem Schnitt (Foto: Siegler)

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Im Sommer nach fachgerechtem Schnitt:
Vollbehang und keine Wasserschosse!
(Foto: Siegler)

Ein gutes Motto lautet: Triebe entweder ganz entfernen oder lang lassen (nicht einkürzen!). Sinnvoll ist es, jährlich nur die notwendige Auslichtung vorzunehmen, was den Baum in seinem Gleichgewicht hält, als alle 5 bis 6 Jahre „Hauruck“-Aktionen durchzuführen, welche dann stärkere Eingriffe erfordern.


Gute Informationen liefert die Video- Schnittserie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), 53179 Bonn: https://www.youtube.com/watch?v=I4hOfziM-Rs.


Neben den Grundlagen werden in weiteren Beiträgen Pflanz- und Erziehungsschnitt, Maßnahmen zur Erhaltung und Verjüngung älterer Bäume, sowie der Sommerschnitt praxisnah vorgeführt.

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In der Ertragsphase werden die Triebe nicht mehr
angeschnitten, überlappende oder kreuzende und
nach innen wachsende Äste werden entfernt
(Foto: Siegler)

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Auch hängendes Furchtholz wird am
Scheitelpunkt abgenommen, Licht und Luft
muss in die Baumkrone (Foto: Siegler)

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Dieser Apfelhochstamm hat einen optimalen
Baumaufbau (Foto: H. J. Bannier)

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Sinnvolle Überwachungs- und Pflegeschnitte
sichern nun einen regelmäßigen Ertrag
(Foto: H. J. Bannier)

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« Alter Birnbaum ein Jahr nachdem ein fachgerechter Schnitt
ausgeführt wurde (Foto: Siegler)

Verjüngungsschnitt

Wurden Bäume nicht regelmäßig oder fehlerhaft geschnitten oder sogar falsch erzogen, ist die Struktur des Baumes kaum mehr sichtbar. Kronen sind dann oft ungleich ausgebildet, vor allem aber zu hoch, zu dicht, überbaut, mit beginnender Verkahlung und hängendem Holz. Die allgemeine Vitalität des Baumes lässt ebenso nach wie die Fruchtqualität durch altes, vergreistes Fruchtholz mit schwachen, unterernährten Blütenknospen. Nun müssen gezielte Schnitteingriffe für Abhilfe sorgen.

Siegler 11« Zu dichte Krone: Nach starkem Schnitt darf die Nachbehandlung, bestenfalls gleich im Sommer, nicht vernachlässigt werden (Foto: Siegler)

Für die Wiederherstellung einer intakten Baumform sollten Sie dabei mehrere Jahre einplanen. Sägen Sie zunächst im Spitzenbereich einige sehr lange, ausladende sowie senkrecht wachsende, etwa gut armstarke Triebe an ihren Ansätzen oder über einer basisnahen Verzweigung ab. Dies kann bei Kirschen, Mirabellen, Frühzwetschen, Aprikosen und Pfirsichen bereits zur Ernte erfolgen, wo praktischerweise die Leiter bereits angelegt ist. So kann das Pflücken der Früchte bequemerweise am Boden erfolgen. Bei guter Schnittführung und ggf. Nachbehandlung (z.B. Schnittränder mit Messer/Hippe glätten) verheilen die Wunden bei dieser Sommeraktion besser und beruhigen das Wachstum. Dabei gilt es, sehr große Schnitt- und Sägestellen z.B. durch Ableiten zu verhindern, gezielt zu arbeiten und einen starken Rückschnitt großer Kronen nicht in einem Mal durchzuführen. „Mit wenigen Schnitten – viel erreichen“ lautet die Devise!

Siegler 12Kappschnitt ohne Nachbehandlungen in den Folgejahren führt wieder zu hohen
und dichten Kronen (Foto: Siegler) »

Beim notwendigen Auslichten werden hängende, überlappende wie auch kranke Triebe entfernt. Weitere größere Eingriffe erfolgen dann in den nächsten Jahren. So treibt der Baum jeweils moderat, bleibt in seiner Form und seinem physiologischen Gleichgewicht –zumindest weitgehend.

Der Verjüngungsschnitt soll das vegetative Wachstum anregen. Wasserschosse wie auch unerwünschte, nach innen strebende Triebe empfiehlt es sich, bereits im Juni auszureißen. Stehen bleiben nach außen gerichtete Jungtriebe, an denen sich später neues Fruchtholz bildet. Somit wird auch die Ertragszone in tiefere Kronenpartien verlagert.

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Alles richtig gemacht! Man darf sich auf
die Ernte freuen (Foto: H. J. Bannier)

Hubert Siegler,
Bayerische Gartenakademie LWG Veitshöchheim

Obstgehölze jetzt pflanzen

Bokashi-Saft

« Die beste Pflanzzeit für Obstgehölze ist der November (Foto: Buchter-Weisbrodt)

Der beste Zeitpunkt Obstgehölze zu pflanzen ist November. Meist bleiben die (Boden) Temperaturen bis Januar über dem Gefrierpunkt. Und so können die im November neu gepflanzten Obstgehölze gut einwurzeln, wenn kein Dauerfrost im Boden herrscht. Solange die Bodentemperaturen im Wurzelbereich noch über 5 bis 6 °C liegen, bilden die Bäume neue Faserwurzeln. Dadurch gehen die Bäume gestärkt ins kommende Frühjahr. Außerdem ist über Winter meist ausreichend Bodenfeuchte vorhanden, sodass die Obstbäume auch ausreichend mit Wasser versorgt sind. Bei Frühjahrspflanzungen hingegen ist die Wasserversorgung meist eine Herausforderung. Gerade in den letzten Jahren zeichnet es sich immer mehr ab, dass schon die Monate April und Mai sehr trocken und ungewöhnlich heiß waren.

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Für Obstbäume oder Beerenobst, wie hier die Heidelbeere, in Containern ebenfalls ein ausreichend großes Pflanzloch ausheben, Wurzelballen entfilzen, Erde locker einfüllen, antreten und angießen (Fotos: Buchter-Weisbrodt) »

Neu gepflanzte Obstbäume müssen im Frühjahr und über Sommer gegossen werden. Der Gießbedarf ist aber bei im Frühjahr gepflanzten Bäumen ungleich höher.

Die Herbstpflanzung ist vor allem für wurzelnackte Gehölze vorteilhaft. Früher galt es, erst spät, nach dem natürlichen Blattfall der Bäume und Sträucher, wurzelnackte Gehölze in den Anzuchtquartieren in den Baumschulen zu roden und dann erst im November zu pflanzen. Durch diesen späten Rodetermin konnten aktive Blätter noch lange Zeit Reservestoffe in die Knospen der Obstgehölze einlagern und diese somit stärken. Gute Baumschulen halten sich auch heute noch an diese Regel. Für die Herbstpflanzung spricht auch, dass dann die Auswahl an Obstsorten am größten ist und man sich die beste Qualität aussuchen kann. Außerdem kann wurzelnackte Ware, die zudem preisgünstiger angeboten wird, besser transportiert werden.

Für empfindliche bzw. wärmeliebende Obstarten wie Tafeltrauben, Kiwibeeren oder Aprikosen empfiehlt sich die Frühjahrspflanzung, besonders in Regionen mit strengeren Wintern. Der Standort für alle Obstgehölze soll sonnig sein, nicht direkt neben Hecken (Wurzel-, somit Wasser- und Nährstoffkonkurrenz) und auch nicht zu nah an Mauern und befestigten Gehwegen (eingeschränkter Wurzelraum).

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«  Das Pflanzloch muss ausreichend groß sein. Bei Wühlmausgefahr die Wurzel mit einem Drahtgeflecht schützen. (Foto: Buchter-Weisbrodt)

So wird gepflanzt

  • Das Pflanzloch muss ausreichend groß und tief sein, am besten doppelter Durchmesser des Wurzel- bzw. Containerballens. Dies hat den Vorteil, dass in diesem größeren Pflanzbereich der Boden locker ist und durch Zuschlagsstoffe verbessert werden kann. Standen an der Pflanzstelle bereits Obstbäume, sollte der Aushub nicht wieder verwendet, sondern von der Gemüse-, Blumen- oder Rasenfläche entnommen werden. Dieser wird mit etwa 1/3 gut verrottetem Kompost vermischt. Vorteilhaft ist es insbesondere bei schweren und verdichteten Böden, die Sohle der Pflanzgrube weiter mit dem Spaten zu lockern.

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«  Erde, zur Verbesserung mit Kompost gemischt, locker einfüllen und antreten. (Foto: Buchter-Weisbrodt)

  • Pflanztiefe: Die Veredlungsstelle der Obstbäume muss deutlich, etwa ein bis zwei Handbreiten, über dem Bodenniveau bleiben. Containergehölze werden so tief gepflanzt wie die Substratoberfläche war; bei wurzelnackter Ware kommt der Wurzelansatz gut unterhalb der Oberfläche in den Boden. Oft kann man den Übergang an der Rindenfarbe erkennen, wie tief wurzelnackte Gehölze in der Baumschule standen. Hinweis: etwas tiefer pflanzen als „gewohnt“ ist ratsam auf leichten, humusarmen Böden und bei Nachbau. Auch bei der ein-, zwei- oder dreitriebigen Spindelerziehung von Johannisbeeren und besonders von Stachelbeere führt dies zu einer stärkeren Wuchskraft. Bild 3

Baumpfahl nicht vergessen, Baum gut anbinden und die Baumscheibe frei halten (Foto: Buchter-Weisbrodt) »

  • Bei Obstbäumen den Pfahl vor dem Einpflanzen des Gehölzes in der Hauptwindrichtung etwa 10 bis 15 cm vom Stamm entfernt 40 bis 50 cm tief einschlagen.
  • In wühlmausgefährdeten Gärten wird das Pflanzloch von Obstbäumen, vor allem bei Apfelbäumen, mit einem Draht geflecht ausgekleidet. Nach der Pflanzung muss auch die Oberfläche damit bis zum Stamm abgedeckt werden.
  • Trockene Container bzw. wurzelnackte Gehölze werden vor dem Pflanzen in einen großen Eimer Wasser gestellt, damit sich Ballen bzw. Wurzeln mit Wasser vollsaugen.

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« Gut entwickelte, gesunde Wurzeln: einjährige Veredelungen auf Unterlage M9, Apfel-Sämling, Quitte und Birne-Sämling (Foto: Siegler)

  •  Wurzelschnitt: Wurzelnackte Ware hat beim Roden einen Großteil seiner Wurzelmasse verloren. Diese muss geschont werden: nur beschädigte, gequetschte oder aber überlange Wurzeln werden (leicht) eingekürzt, die feinen Faserwurzeln bleiben ungeschnitten. Bei Containerware entfällt meist der Wurzelschnitt. Handelt es sich um einen total durchwurzelten, verfilzten Ballen, so wird dieser am Rand an 3 bis 4 Stellen mit Messer oder Schere keilförmig angeritzt. Auch bei Ringelwurzelbildung werden lange Wurzelzöpfe eingekürzt. Durch diese Maßnahmen können sich neue Faserwurzeln bilden.Bild 7Buchter Weisbrodt 8

« Nur beschädigte oder überlange Wurzeln werden abgeschnitten bzw. eingekürzt (Fotos: links Siegler, rechts Buchter-Weisbrodt)

 

 

H. J. Bannier

3 bis 4 Leitäste verbleiben am Baum, der Mitteltrieb wird in 1 bis 1,5-facher Scherenlänge darüber eingekürzt (Foto: H. J. Bannier) »

  • Der Pflanzvorgang ist zu zweit einfacher. Eine Person hält das Gehölz mittig über der Pflanzsohle in entsprechender Höhe zum Bodenniveau. Die andere Person schaufelt den vermischten Aushub locker in die Grube. Während des Verfüllens das Gehölz immer wieder rütteln, damit die Erde gut zwischen die Wurzeln gelangt. Am Ende dann gut andrücken bzw. leicht festtreten, jedoch nicht „einbetonieren“. Ein Gießwall am Rand der Baumscheibe verhindert das Wegschwemmen von Wasser. Das Angießen (10 bis 20 Liter, leicht einschlämmen) erfolgt auch bei feuchtem Boden und sorgt für guten Bodenkontakt der Wurzeln. Nach dem Einsickern kann noch eine dünne Erdschicht über die Baumscheibe gestreut werden.
  • Baumscheibe bewuchsfrei halten! Die Baumscheibe sollte wegen Mäusegefahr von Mitte September bis April mulchfrei bleiben, danach mit organischem Material, wie angewelktem Rasenschnitt dünn abgedeckt sein, um Bodenfeuchte und Bodengare im Wurzelbereich zu erhalten.
  • Obstbäume gut anbinden, die Schnur am besten in Form einer „Acht“ zwischen Stamm und Pfahl binden.

Pflanzschnitt

Außer den speziellen Säulenobstbäumen, deren Mitteltrieb nicht eingekürzt werden darf, erfolgt bei den anderen Erziehungsarten von Obstbäumen wie Rundkrone, Spindel und Spalieren ein entsprechender Pflanzschnitt.

Dieser kann bei der Herbst- bzw. Frühwinterpflanzung erst im März durchgeführt werden. Er ist v.a. bei wurzelnackten Gehölzen zwingend, da diese beim Roden erhebliche Wurzelmasse verloren haben und mit dem Rückschnitt nun ein ausgewogenes Verhältnis von unter- und oberirdischen Gehölzteilen hergestellt wird.

Bei allen Baumformen wird der Konkurrenztrieb ganz entfernt. Bei der Rundkrone verbleiben 3 bis 4 Leitäste, die zu 50 bis 70 % abgeschnitten werden, sowie der Mitteltrieb, der in 1 bis 1,5-facher Scherenlänge über dem obersten Leitast eingekürzt wird.

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Bei Jungbäumen werden die Äste mittels Gewichten, Schnüren oder Astklammern formiert (Foto: Buchter-Weisbrodt) »

Bei der Spindelerziehung werden außer dem Konkurrenz- und Mitteltrieb alle Seitenäste mit Schnüren, Astklammern oder Gewichten flach bis leicht aufsteigend (ca. 20 °-Winkel) angeordnet. Die formierten Äste werden nicht eingekürzt, was das Triebwachstum bremst und die Blütenbildung im ersten Standjahr fördert. Der Mitteltrieb wird 50 bis 60 cm über dem obersten flachen Seitentrieb abgeschnitten.

 

Hubert Siegler,
Bayerische Gartenakademie LWG Veitshöchheim

Obstgehölzschnitt

Bokashi-Saft

« „Gekappte“ Obstbäume treiben im oberen Bereich stark und dicht; die Basis verkahlt

Obstgehölze müssen fachgerecht geschnitten werden, damit sie jedes Jahr gesunde, voll ausgereifte Früchte ausbilden. Licht und Luft muss ins Innere der Baumkronen und Sträucher gelangen. Dann bilden sich Blüten; lassen sich Verkahlungen verhindern und Triebe, Früchte sowie Blätter werden durch schnelleres Abtrocknen gestärkt: so sind sie weniger anfällig gegenüber Schaderregern oder Winterfrösten. Ohne Schnitt verlagert sich zudem die Ertragszone eines Baumes mit zunehmendem Alter nach außen, was die Ernte erschwerert und gefährlicher macht. Durch regelmäßige Eingriffe bilden sich Neutriebe und Fruchtholz auch in unteren Kronenbereichen – selbst bei großen Bäumen.

Obstgehölze fruchten zwar auch, wenn (größere) Schnittmaßnahmen über mehrere Jahre unterbleiben. Dadurch nimmt die Vergreisung der Bäume aber deutlich zu, die Neutriebbildung fehlt; Vitalität und Fruchtqualität nehmen ab und das unregelmäßige Ertragsverhalten (Alternanz) verstärkt sich, vor allem beim Kernobst. Schwierig sind insbesondere Jahre wie 2018: Die Obstbäume haben stark gefruchtet, fast kann von einem Überbehang gesprochen werden, was für die Bäume Stress bedeutet. Insbesondere in Verbindung mit der lang anhaltend trockenheißer Witterung. Für solche Jahre sind gut gepflegte und richtig geschnittene Bäume besser gewappnet.

Bild 2« Langer, nicht eingekürzter und durch Flachstellen mit vielen Blütenknospen besetzter Zwetschenzweig

Doch bevor man sich, besonders bei Halb- und Hochstämmen mit Rundkronenerziehung und Ausbildung entsprechend ausladender Kronen, Gedanken über die jährlichen Pflegeschnitte macht, muss für ein stabiles, tragfähiges Astgerüst gesorgt werden. Der Pflanzschnitt und die Jungpflanzenerziehung spielen eine wichtige Rolle. Mit dem Pflanzschnitt wird der Grundstein für die künftige Entwicklung des Obstbaums gelegt, Struktur und Habitus werden vorgegeben. Fehler beim Pflanzschnitt sowie bei den wichtigen Schnitteingriffen in den ersten Jahren lassen sich später kaum oder nur schwer korrigieren. Je nach Baumerziehung unterscheiden sich die Schnitteingriffe in den ersten Jahren in der Vorgehensweise und der Intensität.

Bild 3Vorne eng anliegende Blattknospen; im zweijährigen Bereich runde, abgespreizte Blütenknospen »

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Fruchtholz bildet sich bei den meisten Obstarten am zweijährigen Holz – entweder direkt am Trieb oder als abstehende Kurztriebe. Blütenknospen sind rund und abgespreizt angeordnet, während die schmaleren spitzen Blattknospen eng am Trieb anliegen. Kernobst und Süßkirsche blühen überwiegend im zwei- und mehrjährigen Bereich. Apfel und Birne können auch vereinzelt Blüten am Neutrieb und als Endknospe anlegen. Die Süßkirsche bildet mehrere Blütenknospen im Büschel (Bukettknospen) aus.

Bild 4« Zweijähriger Süßkirschentrieb mit in Büschel angeordneten Blüten: sog. Bukettknospen

Pfirsich und einige Sauerkirschsorten (u.a. 'Schattenmorelle', 'Gerema', 'Safir') tragen am einjährigen Holz, sodass sie jährlich und intensiv zu schneiden sind. Zwetschen, Aprikosen, spezielle Sauerkirschen wie 'Achat', 'Morina' oder 'Morellenfeuer' legen Blüten an neuen und älteren Trieben an.
Da die Fruchtqualität an älterem „Quirlholz“ (über mehrere Jahre tragende, veraltete Fruchtspieße) nachlässt, muss dieses sukzessiv herausgenommen werden.

Die Kenntnis des Fruchtholzbesatzes ist in Bezug auf die Schnittintensität wichtig: verhaltener Eingriff bei keinen bis wenigen Blütenknospen bzw. stärker Eingriff bei sehr zahlreichem Besatz.

Bild 5Wasserschosse gilt es rechtzeitig zu entfernen, am besten durch den „Juniriss“ »

Wasserschosse ist eine Bezeichnung für starkwüchsige einjährige, sehr lange, „mastige“, aus dem Inneren der Krone steil nach oben dem Licht zustrebende Triebe mit weitem Internodienabstand.

Bild 6«  Ableiten öffnet die Krone und entnimmt stärkere, wüchsigere Triebe

Sie werden komplett auf Astring abgeschnitten ohne dass ein minimaler Stummel verbleibt. Um schlafende Augen mit zu erfassen empfiehlt sich ein Riss bereits im Juni bis August.

Wuchs- und Schnittgesetze: Ein starker, kräftiger Rückschnitt führt zu einem starken, intensiven Neutrieb. Dies wird zu einem verstärkten Austrieb älterer bzw. vergreister Gehölze genutzt. Auch bei der Rundkronenerziehung junger Bäume, vor allem von schwächer wachsenden Sorten oder bei grenzwertigen Standorten wird derart vorgegangen. Andererseits löst ein schwacher Rückschnitt ein mäßiges Wachstum aus. Bei sehr wüchsigen Sorten wie 'Boskoop' oder 'Jakob Fischer' führt ein schwach ausgeführter Pflanzschnitt zwar zu mehreren, jedoch schwächeren Neutrieben.
Bild 7Bild 8«  Die sogenannten Schlafenden Augen am Astring sollten beim Schnitt entfernt werden

Besonders bei wuchsstarken Sorten ist immer wieder festzustellen, dass diese (zu) viel und intensiv geschnitten werden, was zur Folge hat, dass derartige Bäume sehr heftig austreiben und dann wiederum mit massiven Schnitteingriffen behandelt werden. So wird stets das bei starkwüchsigen Sorten ohnehin starke vegetative Wachstum zusätzlich angeregt; der Baum kann sich nicht beruhigen. In solchen Fällen gilt es, nicht benötigte, vor allem die nach innen und steil nach oben wachsenden Triebe im Juni auszureißen (Sommerriss). Die flacheren, nach außen zeigenden Jungtriebe werden formiert, sodass sich in der kommenden Saison Blüten anlegen können. Ein früh einsetzender Behang hilft das starke Jugendwachstum zu bremsen.

Bild 9Wiederholtes Einkürzen bei stark geschnittener, verdichteter Krone hält den Baum enorm triebhaft und muss korrigiert werden »

Auch der Zeitpunkt des Schnittes wirkt sich auf die Triebkraft aus. Ein früher Schnitt im Dezember oder Januar löst einen stärkeren Neuaustrieb aus, als derselbe Schnitt erst im März ausgeführt. Ein früher Winterschnitt sollte ohnehin unterbleiben, da durch offene Wunden, die lange Zeit offen bleiben ein Befall durch Schaderreger begünstigt wird. Ein Winterschnitt regt immer zu verstärktem Wachstum an. Wohingegen der Sommerschnitt/ -riss (Juni bis Anfang September) das Wachstum eher beruhigt.

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Bild 11 «  Beim Sommerriss werden Schlafende Augen gleich entfernt. Risse verheilen besser und überwallen rasch

Spitzenförderung, Formieren, Triebberuhigung: Augen an der Spitze (im oberen Drittel) von Trieben, besonders an steil stehenden Trieben, treiben und wachsen am stärksten (Spitzenförderung). Bei einer flachen Aststellung entwickeln sich die oberseitigen Knospen und Triebe weitgehend „gleichrangig“ (Oberseitenförderung); sie treiben bzw. wachsen nicht mehr stark und bilden kurze Triebe mit Blüten. Nach außen zeigende einjährige Triebe werden durch Formierhilfen (Gewichte, Astklammer, Spreizholz, Schnüre) flach gestellt und nicht eingekürzt. Nun können sich durch die Oberseitenförderung im Folgejahr Blüten anlegen.
Mit zunehmendem Behang senken sich diese Fruchtäste, sodass sich am höchsten Punkt (Scheitel) wieder längere Neutriebe bilden („Scheitelpunktförderung“). Dort kann man die nach unten hängenden Fruchtäste, welche kleineres Obst bringen und die Belüftung einschränken, abschneiden („aufleiten“).

 Bild 12Ohne Schnitt vergreisen die  unteren Bereiche und die Ertragszone verlagert sich nach oben »

Formieren ist eine Möglichkeit, das (starke) Triebwachstum in die ruhige (generative) Phase umzulenken. Dies erweist sich beim Kronenaufbau junger Bäume, besonders bei der Erziehung zur Spindel und zu Spalieren, als sinnvolle Maßnahme. Ältere Bäume werden nicht mehr formiert. Hier können durch den Schnitt die vorhandenen flachen Zweige gefördert werden. So entstehen durch „Nichteinkürzen“ langer einjähriger Triebe in den kommenden 1 bis 2 Jahren flache Seitenverzweigungen, über denen dann die Schere ansetzt. Durch das „Ableiten“ werden auf diese Weise zu lange, zu hohe, zu breit ausladende Äste und Triebe reduziert. Dabei nehmen die nach außen weisenden Seitentriebe die Wuchskraft auf. Es erfolgt kein unkontrolliert starker Neuaustrieb wie es der Fall wäre, wenn man die zu langen Triebe einfach eingekürzt hätte. Das Ableiten dient der Triebberuhigung und hält das Obstgehölz im Gleichgewicht.

 

 

Bild 13
Bild 13
Bild 13

 

 

 

 

 

 

 

Mit Gewichten unterschiedlicher Art können Obstbäume formiert werden, die Triebe werden flacher gestellt

 

Hubert Siegler
Bayerische Gartenakademie LWG Veitshöchheim

Bokashi – Küchenabfälle fermentieren

Bokashi-Saft

« Der bräunliche Bokashi-Saft, der mitunter etwas streng riecht, aber eine gute Wirkung zeigt

Küchenabfälle lassen sich mit sogenannten Bokashi-Eimern innerhalb weniger Wochen in Dünger verwandeln. Das Wort Bokashi stammt aus dem japanischen und bedeutet übersetzt so viel wie „allerlei Fermentiertes“. Die Küchenabfälle werden beim Bokashi ‚geimpft‘. Dazu können entweder Effektiven Mikroorganismen oder andere Milchsäurebakterie-Präparate verwendet werden. Um die Küchenabfälle zu fermentieren kann man entweder fertige im Handel erhältliche Bokashi-Eimer kaufen oder ganz einfach auch selber bauen. Wie erklären wir hier.

 

 

 

 

Materialliste

  • Zwei leere, saubere gleichgroße Kunststoffeimer mit Deckel (beim Imbiss oder in Großküchen danach fragen)
  • Feinmachaniker-Set oder (Akku) Bohrschrauber
  • dichte Plastikfolie gefüllt mit Sand
  • Effektive Mikroorganismen oder andere Präparate, die Milchsäurebakterien (z.B. Ferment Aktiv, Lebender Sauerkrautsaft, Kanne Brottrunk)
  • Sprühflasche
  • evtl. Ablaufhahn (z.B. für Regentonnen) mit Dichtung oder ein Weinkorken, Pflanzenkohle, Keramikpulver

 

Schritt 1: Löcher in den Boden bohren

In einen der beiden Eimer werden mit Hilfe des Feinmechaniker-Sets oder des (Akku-)Bohrschraubers ganz viele Löcher in den Boden gebohrt. So dass es am Ende wie ein Sieb aussieht.

Anleitung 1
Anleitung 2

Anleitung 3

 

Schritt 2: Eimer ineinander stapeln

Der durchlöcherte Eimer wird in den intakten Eimer gesteckt. In diesen kann für die leichtere Entnahme des flüssigen Düngers vorher noch ein Ablaufhahn montiert oder nur ein Loch gebohrt werden. Letzteres kann mit einem Korken verschlossen werden. Wichtig ist, dass beide Eimer luftdicht ineinanderpassen.

 

 

Anleitung 4

 

Schritt 3: Organische Abfälle sammeln

Nun kann man im inneren Eimer (also dem mit den Löchern) sowohl Küchenabfälle als auch kleinere Gartenabfälle sammeln. Beides sollte vorher fein zerkleinert werden.

 

 

Anleitung 5

Schritt 4: Mit EM oder Milchsäurebakterien besprühen

Die gesammelten Küchenabfälle werden mit Milchsäure-Bakterien-Präparaten besprüht. Das können Effektive Mikroorganismen, Ferment Aktiv, Lebender Sauerkrautsaft oder Kanne Brottrunk sein. Als optimales Mischungsverhältnis zwischen Präparat und Wasser empfiehlt sich 1:10. Vor allem bei sehr feuchten Küchenabfällen kann etwas Keramikpulver darüber gestreut werden. Wer mag kann noch etwas Pflanzenkohle (Biokohle) unter die Abfälle mischen. Dann geht das Bokashi in Richtung Terra Preta, die hoch fruchtbare Erde der Indios.

 

Anleitung 6Schritt 5: Luftdicht abschließen

Im Gegensatz zum normalen Kompostieren läuft beim Fermentieren die Umwandlung der organischen Substanzen unter Luftabschluss (anerob) ab. Deshalb werden die Küchenabfälle möglichst fest zusammengedrückt, zum Beispiel mit einer PET-Flasche oder einem alten Kartoffelstampfer. Danach wird das Ganze mit dem Sandsack abgeschlossen und anschließend der Eimer mit dem Deckel fest verschlossen. Zwischendurch kann immer mal etwas nachgelegt werden – Besprühen nicht vergessen. Wenn der Eimer ganz voll ist, sollte er ungefähr zwei Wochen bei Zimmertemperatur ruhen.

 

 

Danach riecht der fermentierte Abfall nach Sauerkraut und kann zum Vererden einfach in den Boden – aber noch nicht direkt in die bepflanzten Beete – gegraben werden.


Im unteren Eimer sammelt sich der Bokashisaft, der stark verdünnt als Dünger im Garten oder für Zimmerpflanzen bzw. pur als Abflussfrei verwendet werden kann. Den Saft kann man entweder über einen Ablaufhahn oder so aus dem Eimer entnehmen.

 

Christine Schonschek

Blattläuse und ihre natürlichen Gegenspieler

Frisch gepflanzte Tomaten

« Marienkäfer

Blattläuse gehören im Garten zu den häufigsten und verbreitetsten Schädlingen. Sie treten oft bereits im Frühjahr an den Gehölzen auf, sobald diese beginnen, neu auszutreiben. Besonders häufig befallen werden zum Beispiel Rosen. Die Überwinterung der Blattläuse erfolgt zumeist als Ei an den Gehölzen. Etwa zur gleichen Zeit, an denen die Gehölze neu austreiben, erfolgt auch der Schlupf der Blattläuse aus den Wintereiern. Das ist auch der Grund dafür, warum Blattläuse schon kurz nach dem Austrieb der Gehölze auftreten.

VGiD Verband der Gartenbauvereine in Deutschland e.V.

Dachorganisation der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland. Der Verband der Gartenbauvereine in Deutschland setzt sich für die Erhaltung der Gartenkultur und die Pflege der Kulturlandschaft ein. Er ist ein wichtiger Fürsprecher des Freizeitgartenbaus und Partner der Freizeitgärtner.

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