Herbst

Bokashi – Küchenabfälle fermentieren

Bokashi-Saft

« Der bräunliche Bokashi-Saft, der mitunter etwas streng riecht, aber eine gute Wirkung zeigt

Küchenabfälle lassen sich mit sogenannten Bokashi-Eimern innerhalb weniger Wochen in Dünger verwandeln. Das Wort Bokashi stammt aus dem japanischen und bedeutet übersetzt so viel wie „allerlei Fermentiertes“. Die Küchenabfälle werden beim Bokashi ‚geimpft‘. Dazu können entweder Effektiven Mikroorganismen oder andere Milchsäurebakterie-Präparate verwendet werden. Um die Küchenabfälle zu fermentieren kann man entweder fertige im Handel erhältliche Bokashi-Eimer kaufen oder ganz einfach auch selber bauen. Wie erklären wir hier.

 

 

 

 

Materialliste

  • Zwei leere, saubere gleichgroße Kunststoffeimer mit Deckel (beim Imbiss oder in Großküchen danach fragen)
  • Feinmachaniker-Set oder (Akku) Bohrschrauber
  • dichte Plastikfolie gefüllt mit Sand
  • Effektive Mikroorganismen oder andere Präparate, die Milchsäurebakterien (z.B. Ferment Aktiv, Lebender Sauerkrautsaft, Kanne Brottrunk)
  • Sprühflasche
  • evtl. Ablaufhahn (z.B. für Regentonnen) mit Dichtung oder ein Weinkorken, Pflanzenkohle, Keramikpulver

 

Schritt 1: Löcher in den Boden bohren

In einen der beiden Eimer werden mit Hilfe des Feinmechaniker-Sets oder des (Akku-)Bohrschraubers ganz viele Löcher in den Boden gebohrt. So dass es am Ende wie ein Sieb aussieht.

Anleitung 1
Anleitung 2

Anleitung 3

 

Schritt 2: Eimer ineinander stapeln

Der durchlöcherte Eimer wird in den intakten Eimer gesteckt. In diesen kann für die leichtere Entnahme des flüssigen Düngers vorher noch ein Ablaufhahn montiert oder nur ein Loch gebohrt werden. Letzteres kann mit einem Korken verschlossen werden. Wichtig ist, dass beide Eimer luftdicht ineinanderpassen.

 

 

Anleitung 4

 

Schritt 3: Organische Abfälle sammeln

Nun kann man im inneren Eimer (also dem mit den Löchern) sowohl Küchenabfälle als auch kleinere Gartenabfälle sammeln. Beides sollte vorher fein zerkleinert werden.

 

 

Anleitung 5

Schritt 4: Mit EM oder Milchsäurebakterien besprühen

Die gesammelten Küchenabfälle werden mit Milchsäure-Bakterien-Präparaten besprüht. Das können Effektive Mikroorganismen, Ferment Aktiv, Lebender Sauerkrautsaft oder Kanne Brottrunk sein. Als optimales Mischungsverhältnis zwischen Präparat und Wasser empfiehlt sich 1:10. Vor allem bei sehr feuchten Küchenabfällen kann etwas Keramikpulver darüber gestreut werden. Wer mag kann noch etwas Pflanzenkohle (Biokohle) unter die Abfälle mischen. Dann geht das Bokashi in Richtung Terra Preta, die hoch fruchtbare Erde der Indios.

 

Anleitung 6Schritt 5: Luftdicht abschließen

Im Gegensatz zum normalen Kompostieren läuft beim Fermentieren die Umwandlung der organischen Substanzen unter Luftabschluss (anerob) ab. Deshalb werden die Küchenabfälle möglichst fest zusammengedrückt, zum Beispiel mit einer PET-Flasche oder einem alten Kartoffelstampfer. Danach wird das Ganze mit dem Sandsack abgeschlossen und anschließend der Eimer mit dem Deckel fest verschlossen. Zwischendurch kann immer mal etwas nachgelegt werden – Besprühen nicht vergessen. Wenn der Eimer ganz voll ist, sollte er ungefähr zwei Wochen bei Zimmertemperatur ruhen.

 

 

Danach riecht der fermentierte Abfall nach Sauerkraut und kann zum Vererden einfach in den Boden – aber noch nicht direkt in die bepflanzten Beete – gegraben werden.


Im unteren Eimer sammelt sich der Bokashisaft, der stark verdünnt als Dünger im Garten oder für Zimmerpflanzen bzw. pur als Abflussfrei verwendet werden kann. Den Saft kann man entweder über einen Ablaufhahn oder so aus dem Eimer entnehmen.

 

Christine Schonschek
Quelle:
Diese Artikel sind in den Verbandszeitschriften „Unser Garten“, „Der Hessische Obst- und Gartenbau“ und „Ratgeber für den Gartenliebhaber“ (August/2019) erschienen.
Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Unser Garten Verlag GmbH, Kulturzentrum Bettinger Mühle, Hüttersdorfer Straße 29, 66389 Schmelz, Telefon 06887 / 90 32 99 9, Telefax 06887 / 90 32 99 8,
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