Herbst

Fruchtfeigen

Essbar und dekorativ

Fruchtfeigen: Essbar und dekorativ

Einige Sorten der wärmeliebenden, uralten Obstkultur eignen sich auch für etwas rauere Lagen.

Der Feigenbaum (Ficus carica, Maulbeergewächse) ist von Kleinasien bis Nordafrika beheimatet, aber seit mehreren Jahrtausenden im Mittelmeergebiet in Kultur. Er wächst meist strauchförmig 2 bis 4 m hoch, lässt sich aber niedriger halten und wird bis zu 100 Jahre alt; bis zum 40. Jahr bringt er regelmäßig reiche Ernten. Die sommergrünen drei-, fünf- oder neunlappigen Blätter sind lang gestielt und 10 bis 20 cm groß. Alle Pflanzenteile enthalten einen dickflüssigen, ätzenden Milchsaft.

fruchtfeigen 230 1« Unbekannte Fruchtsorte von Ficus carica

Standort und Pflege

Der Feigenbaum hat im Mittelmeergebiet optimale Standortbedingungen. In unseren Breitengraden benötigt er sehr geschützte, sonnige und warme Standorte, bei Wintertemperaturen unter –15 °C sterben die Triebe ab – meist schlägt der Wurzelstock erneut aus. Im Weinbauklima kann er im Freien in lichten Innenhöfen, an geschützten, sonnige Südmauern oder Spalieren an Hauswänden wachsen, braucht aber auch hier in manchen Jahren einen Winterschutz: Bodenabdeckung aus 10 bis 15 cm Laubauflage, stärkere Äste zusammenbinden und mit durchlässigen Materialien schützen (Jute, Sackleinen, kein Kunststoff). Der Boden sollte tiefgründig, kalkhaltig (pH-Wert zwischen 6 und 8), etwas humos und vor allem während der Fruchtentwicklung einigermaßen feucht sein. Bei sehr leichten bzw. schweren Böden ist Bodenverbesserung mit Kompost unumgänglich. Während der Anwuchsphase ist auf regelmäßige Wasserversorgung zu achten, für das Gedeihen der Feigenpflanzen reichen meist 600 mm Jahresniederschläge aus.

In raueren Lagen gedeihen Feigen als Kübelpflanzen, die aber nicht im Freien überwintern können. Die Tröge sollten 50 bis 100 Liter fassen. Nach einigen Jahren wird die Feige im Frühling alle zwei Jahre ausgetopft, der Wurzelballen um 10 bis 15 % eingekürzt und in denselben Kübel wieder eingepflanzt.

fruchtfeigen 230 2« Die Früchte der Sorte ‘Contessina’ schmecken süß-würzig

Pflanzung und Pflege

Günstige Pflanzzeit ist das Frühjahr. Da Jungpflanzen sehr frostempfindlich sind, sollte man sie etwa 10 cm tiefer pflanzen (Pflanzloch 40 cm tief und 50 × 50 cm breit). Bei der Pflanzung belässt man einen kurzen Stamm und 3 bis 4 Triebe, die im Frühjahr leicht eingekürzt werden; zu starkwüchsige, abgetragene oder kranke Zweige entfernen.

Der Pflegeschnitt erfolgt, wenn die Pflanzen zurückgefroren oder
zu groß sind. Zurückgefrorene oder geschädigte Triebe werden ganz entfernt. Zu dicht stehende Triebe können im Frühjahr ausgelichtet werden, dabei vereinzelt fingerlange Stummel stehen lassen, da sich hier das Fruchtholz für die kommende Saison entwickelt. Vorjährige Triebe werden um ein Drittel oder die Hälfte eingekürzt, weil sich die Früchte vorwiegend in den Blattachseln des mittleren Triebbereichs bilden.

fruchtfeigen 230 3« Feigenbaum (Ficus carica) in Griechenland

Am einfachsten erfolgt die vegetative Vermehrung durch Steckhölzer. Dazu schneidet man gegen Ende des Winters gut ausgereifte, verholzte Triebe vom Vorjahr (es bewurzeln sich auch zwei- und dreijährige Triebe).

Bei uns werden Feigen kaum von Krankheiten und Schädlingen befallen. Mäuse können die Wurzeln schädigen, Vögel und Wespen die Früchte verletzen. Gelegentlich treten Blattläuse, Spinnmilben und Schildläuse auf.

Dr. Helmut Pirc, Wien

Quelle:
Artikel aus „Obst & Garten “ (08/2012).
Mit freundlicher Genehmigung Verlag Ulmer, Stuttgart

VGiD Verband der Gartenbauvereine in Deutschland e.V.

Dachorganisation der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland. Der Verband der Gartenbauvereine in Deutschland setzt sich für die Erhaltung der Gartenkultur und die Pflege der Kulturlandschaft ein. Er ist ein wichtiger Fürsprecher des Freizeitgartenbaus und Partner der Freizeitgärtner.

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