Herbst

Fruchtrosen

Fruchtrosen

Hinter dem Begriff Fruchtrosen verbergen sich verschiedene Rosenarten, deren Früchte (Hagebutten) sich verwerten lassen. Meist handelt es sich um Wildrosen, es gibt aber auch spezielle Züchtungen für die Hagebutten-Gewinnung. Die wichtigsten Fruchtrosen-Arten sind Alpenrose,Apfelrose, Bibernellrose, Hundsrose, Kartoffelrose, Weinrose und Pillnitzer Vitaminrose.

Alte Nutzpflanze

Hagebuttenfunde bei den Pfahlbauten am Bodensee belegen, dass die Früchte der Wildrosen seit langem genutzt werden. Heute sind fast nur noch die Verwertungsprodukte Hagebutten-Tee und Hägenmark (Hagebuttenmus) bekannt. Wildrosen sind vor allem in der Kosmetik neu ins Blickfeld gerückt, Pflegeserien mit Wildrosenöl erfreuen sich besonders großer Nachfrage. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe des Fruchtmarkes zeigt, dass nicht nur die Rosenblüten zum Wertvollsten gehören, was die Natur bietet. Außer den geradezu sagenhaften Vitamin-CGehalten liefern Hagebutten hohe Mengen an bioaktiven Substanzen wie Lykopin. Wenig bekannt ist kaltgepresstes Hagebuttenkernöl. Es wirkt auffallend gut bei Brandwunden und allgemeinen Narbenrückbildung. Es ist aber auch als Lebensmittelöl sehr wertvoll aufgrund der vielen essenziellen Fettsäuren.

Heilpflanze

Plinius Secundus der Ältere beschrieb in seiner Naturkunde die heilenden Kräfte der Wildrosenwurzel gegen den Biss tollwütiger Hunde. Weitere Heilkräfte wurden der Hundsrose seit Alters her zugeschrieben. Karl der Große befahl sogar den Wildrosenanbau zu medizinischen Zwecken. Im Lexikon des Mittelalters ist Rosa rubiginosa, die wilde Weinrose, als "Pflanze gegen den Tod" verzeichnet. Samen, Saft und Wurzeln wurden eingesetzt. Walahfrid Strabo auf der Reichenau und Hildegard von Bingen beschrieben ebenfalls Heilanwendungen der Wildrose. Sebastian Kneipp empfahl Hagebutten-Aufkochungen bei Nieren- und Blasenleiden. Sie sollen auch sehr wirksam bei Magenkrämpfen helfen. In Chile gilt Kaffee aus vorsichtig gerösteten Hagebuttenkernen als bewährtes Mittel gegen Magenschleimhautentzündungen.

Fruchtmark

Hagebutten enthalten neben sehr vielen Pektinen und Karotenen auch reichlich Zucker. Dass das Fruchtfleisch dennoch säuerlich schmeckt, liegt mit am extrem hohen Vitamin-C-Gehalt. Die bisher höchsten gemessenen Werte erreichen 3500 mg Vitamin C/100 mg Frischsubstanz; 10 mal soviel wie bei der Schwarzen Johannisbeere und 50 mal soviel wie bei Zitrone oder Erdbeere. Allerdings fällt es vielen leichter, 500 g Erdbeeren zu essen als auch nur 20 g Fruchtrosen. Je nach Wildrosenart, Standort und Reifegrad liefern Hagebutten zwischen 400 und 3000 mg Vitamin C. Die Kombination mit weiteren hochwertigen Inhaltsstoffen scheint Ursache zu sein, dass die Vitamine der Hagebutte selbst bei Erwärmung auffallend stabil sind. Die meisten Fruchtrosen reifen Ende September bis Mitte Oktober. Den höchsten Vitamingehalt haben die Früchte kurz vor der Vollreife. Überrreife, bereits weiche oder einer Frostnacht ausgesetzte Hagebutten bieten deutlich weniger Vitamine.

Dr. Helga Buchter-Weisbrodt

Hagebutten-Mus

250 g getrocknete Hagebutten in 200 ml Apfelsaft über Nacht quellen lassen. 50 g Zucker und 1 Messerspitze Zimt oder 1 TL Vanillezucker zugeben, alles pürieren. Als Beigabe zu Süßspeisen oder Wildgerichten gleichermaßen delikat.

Artikel aus Obst&Garten (6/2002), mit freundlicher Genehmigung Verlag Ulmer, Stuttgart

VGiD Verband der Gartenbauvereine in Deutschland e.V.

Dachorganisation der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland. Der Verband der Gartenbauvereine in Deutschland setzt sich für die Erhaltung der Gartenkultur und die Pflege der Kulturlandschaft ein. Er ist ein wichtiger Fürsprecher des Freizeitgartenbaus und Partner der Freizeitgärtner.

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