Herbst

Garten und Landschaft: Robuste Rosen

Garten und Landschaft: Robuste Rosen

Die Rose ist eine der ältesten (vermutlich 25 Mill. Jahre) und traditionsreichsten Kulturpflanzen der Welt. China und Persien waren die ersten Zentren des Rosenanbaus. Im alten Rom hatten Rosen eine hohe Bedeutung, ihr Anbau verdrängte teilweise das Getreide von den Feldern. Im Mittelalter schrieb Karl der Große in der Kaiserlichen Landgüterverordnung das Pflanzen von Rosen vor. Ende des 18. Jh. gab es nur wenige Rosensorten. Als Anfang des 19. Jh. Europäische mit chinesischen Rosen gekreuzt wurden, entstanden neue Sorten. 1828 waren bereits 2500 Sorten bekannt, wobei unsere modernen Sorten wenig älter als 100 Jahre sind.

Rosenklassen

Neben den züchterisch nicht oder wenig bearbeiteteten Wildrosen unterscheidet man Bodendeckerrosen, Beetrosen, Edelrosen, Kletterrosen und Strauchrosen. Mit wenigen Ausnahmen sind Edelrosen, auch Teehybriden genannt, nicht als robust einzustufen, da sie wesentlich mehr Pflege brauchen und anfälliger für Krankheiten und Schädlinge sind. Aus diesem Grund geht der Beitrag nicht näher auf diese Gruppe ein.

  • Bodendeckerrosen: Sie bilden flache oder bogenartige Triebe aus, die sich stark verzweigen und vielblütig sind. Der sortenabhängig stark unterschiedliche Wuchscharakter bestimmt den Pflanzabstand.
  • Beetrosen: Diese Gruppe umfasst Polyantha- und Floribunda-Rosen. Ihre stark verzweigten Triebe und die vielblütigen Blütenstände passen gut zum Beetcharakter. Beetrosen erreichen eine Höhe von 40 bis 100 cm. Im Vordergrund einer Pflanzung steht das Gesamtbild und nicht die einzelne Sorte. Dem muss durch Sortenwahl und Schnitt Rechnung getragen werden. Vor allem sollten nur wenig krankheitsanfällige Sorten Verwendung finden.
  • Strauchrosen: Sie wachsen in der Regel stark und bilden einen strauchartigen Habitus aus. Im Garten stehen sie als Einzelstrauch oder in Gruppen. Es gibt einmalblühende und öfterblühende (remontierende) Sorten. Die Eimnalblühenden sind züchterisch nicht so stark bearbeitet und ähneln in ihrer Blüte oft Wildrosen. Die kürzere Blütezeit gleichen sie durch einen üppigen Fruchtschmuck (Hagebutten) im Herbst aus. Öfterblühende Strauchrosen bilden bis in den Herbst hinein neue Blüten, allerdings nur, wenn Verblühtes und Hagebutten immer wieder entfernt werden.
  • Wildrosen: Vom Wuchscharakter her gehören Wildrosen zu den Strauchrosen. Sie sind züchterisch nicht oder nur wenig bearbeitet. Die zahlreichen Arten und Formen zeichnen sich meist durch einen kräftigen Wuchs, Robustheit und Fruchtbildung aus. Zu den bekanntesten zählen Hundsrose (Rosa canina), Kartoffelrose (Rosa rugosa), EssigRose (Rosa gallica), Bibemellrose (Rosa pimpinellifolia). Hechtrose (Rosa glauca) und Weinrose (Rosa rubiginosa). Wildrosen bestechen durch ihre einfachen Blüten. Ihre Früchte, die Hagebutten, enthalten reichlich Vitamine, besonders Vitamin C. Wildrosen werden in unregelmäßigen Abständen etwas ausgelichtet, und nur wenn sie Vergreisungserscheinungen zeigen, stark verjüngt.
  • Kletterrosen: Die stark wüchsigen Pflanzen bilden in der Regel lange Triebe, die ein Klettergerüst benötigen. Die Blüten sitzen an den Seitenverzweigungen, die sich fördern lassen, wenn man die Gerüsttriebe bogenartig anheftet. Neben Hauswänden und Mauern ist auch ein Rosenbogen als Klettergerüst reizvoll. Kletterrosen blühen je nach Sorte einmal oder mehrmals im Jahr.

rose2 230Pflanzung

Rosen brauchen lockeren, humosen Boden, da sie tief wurzeln. Vor der Pflanzung ist daher eine Tiefenlockerung ratsam. Schwere, bündige Böden lassen sich mit Sand verbessern. Dazu empfiehlt sich eine organische Grunddüngung. Der Kalkgehalt des Bodens sollte im neutralen Bereich liegen (um pH 7), saure Böden sind für Rosen ungünstig.

In den Jahren nach der Pflanzung sollte je nach Bodenuntersuchungs-Ergebnissen regelmäßig gedüngt und gekalkt werden. Die Düngung mit möglichst chloridfreien Präparaten erfolgt in 2 Gaben: kurz vor dem Austrieb (März) und vor der Hauptblüte. Späteres Düngen muss unterbleiben, damit das Holz für den Winter ausreifen kann. Bei der Pflanzware ist auf kräftige Triebe (mindestens 3) mit gutem Knospenansatz zu achten. Die Wurzeln sollten frisch, frei von Verletzungen und gut verzweigt, die Rinde muss glatt und straff sein. Der Handel bietet wurzelnackte Rosen und Containerpflanzen an. Containerrosen können das ganze Jahr gepflanzt werden, vorausgesetzt, man gießt sie vorher durchdringend. Die beste Pflanzzeit für wurzelnackte Rosen ist im Herbst, da die Pflanzen vor dem Austrieb etwas einwurzeln können. Grundsätzlich eignet sich aber auch das Frühjahr bis etwa Anfang April zum Pflanzen. Die wurzelnackten Pflanzen sollten allerdings noch nicht stark angetrieben haben.

Vor dem Pflanzen stellt man die Rosen über Nacht ins Wasser. Kranke und beschädigte Wurzeln werden entfernt, überlange Wurzeln etwas eingekürzt. Das Pflanzloch muss so groß sein, dass sich die Wurzeln gut ausbreiten können. Beim Setzen des Stockes wird die Veredelungsstelle 5 bis 8 cm mit Erde bedeckt. Arbeitsschritte:

  • Erde gleichmäßig verteilen und Hohlräume auffüllen
  • Pflanzen etwas rütteln
  • Anschließend leicht mit dem Fuß antreten (nicht einbetonieren!) und eine kleine Mulde formen, die man vorsichtig und mehrmals nacheinander mit Wasser füllt
  • Anhäufeln, um die Rosentriebe vor Austrocknung und starken Frösten zu schützen. Nach der Frostperiode im Frühjahr erfolgt der Pflanzschnitt. Er fördert die Verzweigung und die Ausbildung eines kräftigen Wurzelsystems. Vor dem Schnitt wird abgehäufelt.

Um gute Voraussetzungen für ein gesundes und robustes Wachstum der Rosen zu schaffen, sind bestimmte Pflanzabstände notwendig. Dabei spielen Rosenart und Wuchseigenschaften der Sorte eine Rolle. So werden Bodendeckerrosen auf 50 bis 70 cm Abstand gepflanzt (2 bis 4 Pflanzen/m2). Beetrosen wachsen unterschiedlich stark, der Pflanzabstand beträgt 35 bis 60cm (3 bis 8 Pflanzen/m2). Bei Strauch und Wildrosen als Heckenpflanzung empfiehlt sich ein Abstand von etwa 1 Meter. Einzeln stehende Strauchrosen kommen nur richtig zur Geltung, wenn sie genügend Platz haben, der Abstand zum nächsten Strauch oder Gehölz sollte mindestens 2 m betragen. Auch Kletterrosen muss man ausreichend Platz einräumen. Bei einer Pflanzung in Gruppen empfiehlt sich ein Abstand von 1,5 bis 3 m je nach Wuchsstärke und Wuchsform.

rose3 Sortenwahl

In den letzten Jahren hat sich das Image der Rose als empfindliche, pflegeintensive Zierpflanze gewandelt, da einige robuste neue Sorten hinzugekommen sind. Generell sollte neben Blütenfarbe und Wuchsform auch die Anfälligkeit der Sorte für typische Rosenkrankheiten ein wichtiges Entscheidungskriterium sein.

Die Auszeichnung einer Sorte als ADR-Rose (ADR = Allgemeine Deutsche Rosenneuheiten-Prüfung) dokumentiert, dass sie in einem mehrjährigen Prüfverfahren positiv bewertet wurde. An mehreren Standorten in Deutschland werden die wichtigsten Eigenschaften der Rose (vor allem Pflanzengesundheit, Blüte/Blühverhalten, Duft, Wuchseigenschaften, Fruchtbildung) einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen. Bisher wurden etwa 100 Rosen als ADR-Rose ausgezeichnet.

Schnitt

Beetrosen und Bodendeckerrosen werden im Herbst nur so weit zurückgeschnitten, dass man problemlos mit Reisig zum Frostschutz abdecken kann. Rosen frieren von oben nach unten zurück, daher ist der eigentliche Schnitt erst nach der Frostperiode sinnvoll. Ein starker Rückschnitt fördert einen starken Neuaustrieb. Nach den strengsten Frösten schneidet man Beetrosen auf 5 bis 6 Augen (Knospen) zurück. Je tiefer der Rückschnitt, um so weniger, dafür aber kräftige Neuaustriebe entstehen. Bei hohem Anschnitt erhält man viele, dafür aber schwächere Neutriebe. Um ihre typische Wuchsform zu erhalten, schneidet man einmalblühende Strauchrosen im Gegensatz zu mehrmals blühenden nicht jedes Jahr stark zurück, sondern lichtet nur aus und leitet auf Seitenverzweigungen ab. Schwache, kranke oder abgestorbene Triebe werden entfernt.

Der Schnitt von Kletterrosen beschränkt sich auf das Einkürzen von schwachen Seitenverzweigungen, die nicht zur Gerüstbildung verwendet werden, auf ca. 10 cm. Die Gerüsttriebe werden nicht jährlich stark eingekürzt, sondern nach einigen Jahren ausgewechselt, wenn die Blühwilligkeit deutlich nachlässt. Dabei ist rechtzeitig daran zu denken, einen bodenbürtigen Ersatztrieb nachzuziehen.

Rosen und ihre Begleiter

Rosen lassen sich gut mit Stauden und Gehölzen kombinieren. Begleitpflanzen verstärken ihre Farbwirkung, einige Arten (z.B. Lavendel) sollen Rosen sogar widerstandsfähiger machen gegenüber Schädlingen und Krankheiten.


Rolf Heinzelmann, LOGL, Beitrag aus Obst&Garten 4/2000

VGiD Verband der Gartenbauvereine in Deutschland e.V.

Dachorganisation der Obst- und Gartenbauvereine in Deutschland. Der Verband der Gartenbauvereine in Deutschland setzt sich für die Erhaltung der Gartenkultur und die Pflege der Kulturlandschaft ein. Er ist ein wichtiger Fürsprecher des Freizeitgartenbaus und Partner der Freizeitgärtner.

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Kulturzentrum Bettinger Mühle
Hüttersdorfer Straße 29
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06887/90 32 99 9
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